Jahrgang 
1902
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Der israelitische Religionsunterricht wurde in 2 Std. wöchentlich in 1 Abteilung(Schüler v. III— VI) erteilt.

Biblische Geschichte: Von der Eroberung des Landes bis David. Nachbibl. Geschichte: Die Geschichte der Juden Deutschlands bis M. Mendelsohn in Lebensbildern. Religion: Glaubenslehre nach Stein's Religionslehre. Mehrere Psalmen wurden erklärt und auswendig gelernt. Katz.

Vom Zeichnen waren 2 Schüler ein ganzes und 1 Schüler ein halbes Jahr lang befreit. Für die Sonn- abende und für die jüdischen Festtage waren auf Wunsch der Eltern 3 jüdische Schüler vom Zeichnen und Schreiben befreit.

An dem wahlfreien Unterricht im Linearzeichnen beteiligten sich in 0I 5, in UI 9, in OII 14, in UII 16 und in 0 III 41 Schüler.

Die Anstalt besuchten im Sommer 540, im Winter 526 Schüler; von diesen waren vom Turnen befreit:

Von einzelnen Übungen.

Vom Turnunter- richte überhaupt.

Auf Grund ärztlichen

Zeugnisses: im S. 25, im W. 25.

im S. 5, im W. 5.

im S. 5, im W. 5.

aus anderen Gründen:

zusammenſim S. 25, im W. 25.

also von der Gesamt-. zahl der Schüler: im S. 4,6%

im W. 4,7%

im S. 0,9% im W. 0,9%

14

Der Turnunterricht fand in 14 Abteilungen mit je 3 Stunden wöchentlich statt.

1) OI u. UI a und b: Ob. Siegel; 2²) 0II a und b: Ob. Beinhauer; 3) UIla: Ob. Bröcking; 4) UIIb: Ob. Siegel; 5) 0III a: Ob. Bröcking; 6) O IHI b: Hofmann; 7) UIHIa: Ob. Siegel; 8) UIIIb: Hofmann; 9) Va: Ob. Bröcking; 10) IV b: Dr. Bauermeister; 11) V a: Laus; 12) Vb: Laus; 13) VIa: Dr. Bauermeister; 14) VI b: Hofmann.

ÜUbungstoff: In VI und V einfache Freiübungen (auch mit Holzstäben) und Marsch- nebst Laufübungen, leichte Auf- und Abmärsche; Gemeinturnen am Reck, Barren. Bock; an den wagerechten und schrägen Leitern, an den Stangen, Tauen und Schwebelatten; Freispringen; Steigübungen und Schwungseilübungen; Spiele und 1 Reigen.

In IV und III schwierigere Freiübungen, Keulen- übungen, sowie Hantel- und Eisenstabübungen, gefällige Auf- und Abmärsche, Neben-, Vor- und Hinterreihen;

Gemeinturnen wie in VI und V, aber mit Entwicklung

zusammenhängender iibungsgruppen, dazu Übungen am Pferd und an der Tiefsprungtreppe; Spiele und 1 Reigen.

In II und I zusammengesetzte Freiübungen, Keulen- übungen, sowie Hantel- und Eisenstabübungen; Auf- und Abmärsche, Marschübungen mit Wendungen und Reih- ungen; Gemein- und Riegenturnen an allen Geräten, auch am Sturmlaufbrette, an den Ringen und mit den Gewichten.

Die Turnhalle befindet sich im Schulgebäude, der Turn- und Spielplatz an der Rückseite des Gebäudes. Soweit es das Wetter erlaubte, wurde im Freien geturnt. Die dritte Turnstunde wurde in der Regel zum Spielen benutzt. Die Turnspiele fanden entweder auf dem Spiel- platze der Schule oder auf dem 5 Minuten vom Schul- gebäude gelegenen, der Firma Zimmermann und Comp. gehörigen noch unbebauten Gelände am Tannenwäldchen oder auf dem Fxerzierplatze des 167. Regiments statt. Mit besonderem Eifer wurde in den Klassen von IV auf- wärts Fufsball gespielt, und verschiedene Klassen ver- anstalteten im Laufe des Jahres Wettspiele gegen einander.

31 Schüler der I, II und O III gehörten der Schüler- abteilung des Casseler Fufsballvereins von 1895 an; aufserdem hatten sich etwa 20 Obersekundaner während des Sommers zu einem Schüler-Fufsballverein zusammen- geschlossen.

Die besten Turner der Klassen OI—UII thaten sich im November 1901 zu einem„Turnverein der oberen klassen der Oberrealschule“ zusammen, dessen Ehren- vorsitz Herr Oberlehrer Beinhauer übernahm und der zweimal wöchentlich turnte. Turnwarte waren Karl Richter(O D) und Hermann Kaiser(UI b); die Mit- gliederzahl betrug 27.

Am Baden und Schwimmen zu ermälſsigtem Preise peteiligten sich 451 Schüler(=½ 84% aller Schüler).

Freischwimmer waren am Anfang des Sommers 169(= 31,7%) vorhanden. Die am 16. und 19. August von den Lehrern der Anstalt und dem Unterzeichneten abgehaltene Schwimmprüfung, der sich 95 Schüler aller Klassenstufen unterzogen, bestanden 78 Schüler(die Namen derselben s. unter III), so dass am Ende der Badezeit 247 geprüfte Freischwimmer(= 46,4%) vor- handen waren.

Gesang: 2 Std. Der Chor, aus 140 Schülern der klassen OI bis V gebildet, übte Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, sowie einige Motetten. Stein, Auswahl von Gesängen für gemischten Chor. Weissbrod. Die übrigen Schüler der Klassen OI—IV übten einstimmige Volks- und Vaterlandslieder, sowie Choräle. 0—UII Laus; UIII u. IV Weissbrod.

Im Klassengesange der V und VI wurde die Kenntnis der Noten vermittelt, sowie Ton- und Treffübungen vor-