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manches Glas trefflichen Gerſtenſaftes ſeinen Beruf erfüllt haben, dagegen liegen über das Ende des Kommerſes beſtimmte Nachrichten nicht vor.
Der Morgen des folgenden Tages ſah uns alle wieder an der Arbeit, und zwar einen Teil an den Vorarbeiten für weitere Feſtlichkeiten. Unſer halbes tauſend jüngerer Schüler, die weder vom Kommerſe, geſchweige denn vom Feſtmahl etwas gehabt hatten, wollte auch zu ſeinem Rechte kommen. Deshalb hieß es die Vorbereitungen für den als Nachfeier geplanten Nachmittagsausflug zu treffen, an die des Wetters wegen nicht früher herangegangen werden konnte. Wenn auch die Sonne nicht ſo glänzend ſtrahlte, wie wir es gewünſcht hätten, wenn auch ein etwas friſches Mailüftchen von Hohen⸗ kirchen her herabwehte, zog doch um ½ 2 Uhr die ganze Schule unter den Klängen der Muſik und begleitet von Lehrern, Eltern und früheren Schülern hinaus, um im Waldesgrün unter den herrlichen Buchen und Eichen des Lindenberges ſich umherzutummeln und zu erfreuen. In geordnetem Zuge kehrte die heitere, fröhliche Schar wohlgemut bei hereinbrechendem Dunkel nach Hauſe zurück.
Wir ſind zu Ende mit dem Bericht über das in jeder Beziehung wohlgelungene, in ungetrübter Freude, ohne irgend welchen Mißklang verlaufene ſchöne Feſt. Aber nicht nur rückwärts wendet ſich unſer Blick auf die unvergeßlichen feſtglänzenden Maitage, die ein halbes Jahrhundert gewiſſenhafter Arbeit und redlichen Strebens abſchloſſen, ſondern gleich den ein zwiefaches Antlitz zeigenden Doppel⸗ hermen des Altertums ſchauen wir mit vorwärts gewendetem Geſicht hoffnungs⸗ und vertrauensvoll in die Zukunft. Denn eine Schule, die unter ſo günſtigen Auſpicien in das zweite Halbjahrhundert ihres Beſtehens eingetreten, die darf mit frohen Hoffnungen der Zukunft entgegenſehen, ſie vertraut insbeſondere dem geſunden Urteil und praktiſchen Sinn unſerer ſtädtiſchen Behörden, daß ſie aben⸗ teuerliche Pläne von der Schwelle zurückweiſen, und macht mit beſcheidenem Stolze die Prologworte des Dichters zum Epilog dieſer Feſtchronik:
„Denn wer den Beſten ſeiner Zeit genug„ und blicket froher in die Gegenwart Gethan, der hat gelebt für alle Zeiten.—„ und in der Zukunft hoffnungsreiche Ferne!“
Die Geburts⸗ und Sterbetage der verewigten Kaiſer Wilhelm J. und Friedrich wurden in der vorgeſchriebenen Weiſe in der letzten Vormittagsſtunde gefeiert. Die Anſprachen hielten die Herren Zimmermann, Bachmann, Siegel und Bach.
Ebenſo wie in den Vorjahren wurde der Sedantag auch diesmal durch einen Ausflug der Schüler mit der geſamten Lehrerſchaft in das benachbarte Gebirge feſtlich begangen, nachdem am Morgen ein Schulaktus mit folgendem Programm abgehalten worden war:
1. Chorgeſang: Ich ſinge Dir mit Herz und Mund. Lied 302.— 2. Feſtrede des Herrn Oberlehrers Dr. Meinhoff über Blücher.— 3. Chorgeſang: Auf deinen Höhen, du mein liebes Vaterland, von Dürrner, nach einem ſchottiſchen Volksliede.— 4. Deklamationen: Die Erfrorenen von Rückert, vorgetr. von Willi Bün⸗ ting(01l).— Scene aus Minna von Barnhelm von Leſſing, vorgetr. von den Unterſekundanern Albert Kilian (Tellheim) und Wilh. Göpfert(Werner).— Das Lied von Sedan von Ernſt Ziel, vorgetr. von Heinrich Delgmann(0IIIa).— 5. Chorgeſang: Morgenrot, Morgenrot, leuchteſt mir zum frühen Tod. Volksweiſe.— 6. Deklamationen: Eine alte Geſchichte von K. Gerok, vorgetr. von Fritz Schmidt(UIIIc).— Boruſſia von K. Staeber, vorgetr. von Hans Koche ndörffer(IV b).— Marſchgeſang von E. Rittershaus, vorgetr. von Erich Kolditz(IVb).— Chorgeſang: Auf, ihr Brüder, laßt uns wallen von Joh. H. Stunz.
Der Allerhöchſte Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers Wilhelm II. wurde in der feſtlich ge⸗ ſchmückten Aula mit Geſang und Deklamationen begangen. Die Feſtrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Fennel über Philipp den Großmütigen. Der Königliche Provinzial⸗Schulrath Herr Kannegießer, ſowie der Bürgermeiſter unſerer Reſidenzſtadt, Herr Klöffler, wohnten der Feier bei.


