Jahrgang 
1882
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Ausserdem verlässt der Schüler: Karl Magersuppe aus Kassel(vgl. die obige Notiz Nr. 5 über die vorjährige Ubergangsprüfung), welcher durch die hiesige Realschule I. Ordnung, dann in den Vorklassen der Anstalt für die Handels- klasse vorbereitet wurde, nach einjährigem Besuch derselben die Anstalt.

Während die ersten Bogen dieses Jahresberichts bereits gedruckt waren, ging uns die Nach- richt zu, dass der ehemalige Kurfürstlich-Hessische Geheime Ober-Bergrat Schwedes am 17. März d. J. im Alter von nahe 95 Jahren hierselbst verschieden ist. Unsere Anstalt darf den Verstorbenen ihren Vater nennen. Eine reiche Erfahrung in technischen Fragen, ein bis ins späte Greisenalter ihm eigentümliches Interesse an Allem sein klarer und sicherer Blick für Alles, was die wirt- schaftlichen Verhältnisse seines engeren Vaterlandes zu heben geeignet war, die Unerschrockenheit und Festigkeit seines Willens, mit welcher er das für richtig und notwendig Erkannte zur Aus- führung zu bringen sich bemühte und Hindernissen die Stirn bot verliehen ihm in der Kom- mission, welche vor 50 Jahren die Vorbereitungen zur Gründung und Einrichtung unserer Anstalt zu treffen, die Grundlinien ihres Lehrganges nach den Hauptgesichtspunkten abzustecken hatte, nicht minder einen hervorragenden persönlichen Einfluss, als er diesen in den folgenden Jahren im Direktorium der Anstalt zu ihrem Besten geübt hat.

Der hessische Volksstamm verdankt es seinen Bemühungen, dass s. Z. die Verhandlungen über den Anschluss des Kurfürstentums an den Zollverein, die er im Auftrage seiner Regierung persönlich in Berlin zu führen hatte, trotz mancher Stockungen zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben. Mögen die Hinterbliebenen, wenn ein Blick auf die frischen Lorbeerkränze, mit denen das Grab des Dahingeschiedenen bedeckt ist, sie mit Wehmut erfüllt, auch des Verdienstes gedenken, das er sich um unsere Anstalt erworben hat; mögen sie es sich zum Troste gereichen lassen, dass seine Ansichten und Weisungen in mündlicher und schriftlicher UÜberlieferung bis heute ungeschwächt bei uns fortleben, und dass die Anstalt sie alle Zeit hochhalten wird, nicht bloss weil sie uns ehrwürdig sind, sondern weil sie werden wahr bleiben für jede Zeit!

Das neue Schuljahr Ostern 1832/1833

beginnt Montag den 17. April. An diesem Tage eröffnen sämmtliche Klassen der Anstalt einen neuen Kursus.

Die Aufnahmebedingungen fäür die Sexta schreiben vor, dass der Schüler das neunte Lebensjahr zurückgelegt habe, sowie dass er deutsche und lateinische Schrift geläufig zu lesen und zu schreiben, die vier Grundoperationen des Rechnens in ganzen Zahlen mit Sicherheit auszuführen und ein leichtes Diktat ohne grobe orthographische Fehler niederzuschreiben verstehe. Zum Eintritt in die Fachklassen wird von Deutschen in Hinsicht der allgemeinen Bildung der Nachweis, dass sie die Berechtigung für den einjährigen Militärdienst besitzen, von Ausländern so viel Kenntnis der deutschen Sprache, als zum gehörigen Verständnis des Unterrichts erforderlich