Jahrgang 
1874
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2.

c. Entlassungsprüfung.

Zu der diesjährigen Entlassungsprüfung hatten sich 3 Schüler der Fachklasse gemeldet, von denen zwei der Abtheilung für Bauwissenschaften, der dritte der Ab- theilung für Maschinenbau seit Herbst 1873 angehören. Die von den Abiturienten in

der Woche vom 3. bis 9. August angefertigten schriftlichen Prüfungsarbeiten behan-

delten folgende Themata:

1) im Deutschen: Worin besteht die Ueberlegenheit Europas über die anderen Srdtheile, und wie ist sie zu erklären?

2) im Französischen: De la thermomètrie et de la manière dont la chaleur se répand tant dans l'intérieur des corps, que d' un corps à un autre;

3) im Englischen: Uebersetzung eines deutschen Diktats, welches von einigen Eigenschaften des Wassers handelte;

4) in der Mathematik: a) aus 5 Punkten einer Ellipse deren Mittelpunkt und deren Axen nach Richtung und Grösse zu konstruiren. b) Von einem in einer Horizontalebene gelegenen Viereck MNOPM ist MN= 3756,5.. m gemessen und ausserdem die Winkel, welche PM und PN mit PO, QX und QM mit P einschliessen. Es soll die Strecke QP berechnet und, was die Genauigkeit betrifft, berticksichtigt werden, dass zur Messung der Winkel ein Instrument angewendet wurde, mittelst dessen die Ablesung bis auf 10 genau vorgenommen, 5 wenigstens abgeschätzt werden können. c) Die Axe eines Umdrehungsellipsoids steht senkrecht zur 2. Prqjektionsebene. Dasselbe wird durch parallel und nach der beim Linearzeichnen gemeinhin angenommenen Richtung auffallende Lichtstrahlen beleuchtet: es soll der Schlagschatten, welchen der Körper auf jene 2. Prqjektionsebene wirft, konstruirt werden, d) Es ist log nat 31 auf 10 Dezimalstellen genau zu berechnen aus den natürlichen Logarithmen der Zahlen 2, 3 und 5;

5) in der Mechanik: Ein Parabolträger mit 10 gleichen Abtheilungen von je 2m Weite, einer Pfeilhöhe in der Mitte von 2m, mit nach rechts ansteigenden Diagonal- und mit Vertikalstangen werde mit einer permanenten Last von 1000 Kilo und mit einer mobilen Last von 5000 Kilo pro lauf. m belastet. Es sollen die Maximalspannungen in der 1., 3. und 5. Diagonalstange und ebenso in der 1, 3. und 5. Vertikalstange, in einem Stücke der obernen und in einem Stücke der unteren Gurtung berechnet werden.

Dabei werden die Unterschiede der Parabolträger gegen die gewöhnlichen Fachwerk-

träger mit parallelen Gurtungen zu erlüntern sein. Wenn die Diagonalstangen o in den Träger eingebracht werden, dass sie nur Zugspannung annehmen können, o

muss das vorhandene System noch durch ein zweites ergünzt werden. Es sind die hinzukommenden Stangen in die Skizze einautragen und die Thätigkeit der einzelnen

Stangen kurz zu beschreiben.