Jahrgang 
1873
Einzelbild herunterladen

1⁰

Das physikalische Laboratorium ist neben das Auditorium gelegt, damit es gleichzeitig als Vorbereitungszimmer dienen kann. Es enthält den schon erwühnten grösseren zum Hineintreten eingerichteten ventilirten Raum mit Gas- und Wasser- leitung; ferner zwei Arbeitstische mit Schränken u. s. w., einen Schrank für Reagentien u. s. w., einen Werktisch mit Schraubstock und einen isolirt aufgestellten Arbeitstisch. Vor einem der Fenster ist ein isolirter Pfeiler aufgeführt und mit einer im Niveau des Fussbodens liegenden Steinplatte abgedeckt. Ein Wandtisch auf eisernen Stützen ist vor dem Fensterschafte angebracht. Zum Verdunkeln sind die Fenster des Laboratoriums mit Rollläden versehen, welche zur Anbringung eines Heliostaten eingerichtet sind.

Das neben dem Laboratorium gelegene kleine Zimmer ist mit jenem durch eine Bogenöffnung verbunden; es ist zum Arbeitszimmer für den Lehrer bestimmt und enthält im Wesentlichen einen Schreibtisch, Bücherregal und einen Waagentisch auf eisernen Wandstützen. Das Fenster ist mit einem, mit Pappen bekleideten Rahmen zu verdunkeln. Derselbe Rahmen passt zu einem der Fenster des Auditoriums, um auch dort bei optischen Versuchen benutzt werden zu können.

Im Kellergeschosse ist ein Raum II, zur Aufbewahrung, Reinigung und Instand- setzung der Elemente eingerichtet.

4. Die Säle für F reihandzeichnen sind im ersten Stock angeordnet. Die beiden grossen Säle der Vorderfront sind durch ein kleines Zimmer getrennt, welches bestimmt ist, die einschlägige Sammlung von feinern Gypsen, Photographien, Kupfern u. s. w. aufzunehmen und gleichzeitig als Kabinet für den Lehrer zu dienen.

Der Saal Nr. 13 ist für das elementare Zeichnen, für Federzeichnen und Aqua- relliren bestimmt. Bei der eingeführten Lehrmethode werden Zcichenvorlagen nur in sehr beschränktem Masse gebraucht, vorzugsweise wird nach den Zeichnungen des Lchrers an der Wandtafel gearbeitet. Die vorhandenen Vorlagen werden in einem Schranke im Zeichensaale selbst aufbewahrt, die Aquarellvorbilder und dergl. sind zum Theil hinter Glas an den Wänden des Saales aufgchängt. 1

Der Saal enthält die erforderliche Wandtafel und ist vorläufig für 40 Schüler mit 20 Zeichentischen besetzt, welche mit denjenigen für das technische Zeichnen nach demselben Modelle gearbeitet sind. Es mag schon hier bemerkt werden, dass in allen Zeichensälen Wasserbecken und Wasserzuleitung angebracht ist.

Der Saal Nr. 15 ist für das Zeichnen nach Gyps eingerichtet und zu dem Ende durch Vorhänge von ungebleichter Leinwand in fünf Kabinete deren jedes ein Fenster enthält getheilt, wie in dem Grundrisse durch punktirte Linien angedeutet ist. Die Höhe der Vorhänge ist s0 bemessen, dass die an eigenartig konstruirten Staffeleien und Ständern in den einzelnen Kabineten aufzuhängenden Gypsmodelle keine zweiseitige Beleuchtung erhalten können. Die Vorhänge sind auf den dem Sammlungszimmer zugekehrten Seiten mit aufgemalten Bordüren geschmückt. 3