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Min.⸗Erl. v. 5. XII. 1913: In Schulen dürfen Schauſtellungen, mit denen eine Gefährdung der Schüler verbunden iſt, unter keinen Umſtänden zugelaſſen werden.
Min.⸗Erl. v. 2. XII. 1913: Auf Aumeguna des„Reichsausſchuſſes für Olympiſche Spiele“ ſollen ein halbes Jahr vor dem Abſchluß des Lehrganges der Schule Leiſtungsmeſ ſungen in volkstümlichen Ubungen und im Schwimmen veranſtaltet werden.
Min⸗Erl. v. 29. I. 1914: Den wiſſenſchaftlichen Hilfslehrern iſt während einer militäriſchen Ubung die Remunergtion zu belaſſen,
III. Schulgeſchichte
Schuljahr 1912/13. Am 10. März 1913 fand eine Feier zum Gedächtnis der Erhebung von 1813 ſtatt. Der Oberprimaner Zergiebel ſprach über Heinrich von Kleiſt als vaterländiſcher Dichter; daran ſchloß ſich die Entlaſſung der Reifgeſprochenen durch den Direktor. Für dieſe wurde dann abends im Zentralhotel eine von Herrn Prof. Paulus vorbereitete Abſchiedsfeſtlichkeit ver⸗ anſtaltet. Dem Vortrag von Mozarts Ouvertüre zur„Entführung aus dem Serail“ durch ein von Herrn Prof. Dr. Brede aus unſern Schülern gebildetes und eingeübtes Orcheſter folgte ein von dem Ober⸗ ſekundaner v. d. Oſten gedichteter und geſprochener Prolog, die Aufführung von Kleiſts„Zerbrochenem Krug“ durch Schüler der Unterprima und ein Zuſammenſein der Lehrer, der Schüler, auch ehemaliger, und ihrer Angehörigen mit den Abiturienten, bei dem die Jugend fleißig tanzte. Die Veranſtaltung, die auch Herr Provinzialſchulrat Dr. Borbein mit ſeiner Anweſenheit beehrte, war gut beſucht und brachte einen Reinerlös von 141 Mark, der dem Ruderverein zugute kam.
Das Schuljahr 1913/14 begann Donnerstag, den 3. April 1913 und wird geſchloſſen Sonnabend, den 4. April 1914.
Das Dezernat über die Angelegenheiten der Anſtalt übernahm mit dem 1. Mai 1913 Herr Provinzialſchulrat Unruh; dieſer wohnte am 26. und 27. Mai dem Unterricht in allen Klaſſen bei und beſprach in einer Fachkonferenz Fragen des deutſchen Unterrichts.
Zum 1. November wurde Herr Direktor Dr. Baltzer zum Königlichen Provinzial⸗ ſchulrat ernannt und an das Provinzialſchulkollegium in Münſter i. W. berufen. Am 31. Oktober fand eine Abſchiedsfeier vor der verſammelten Schule ſtatt, bei der Herr Prof. Stoll die hohen Verdienſte des Scheidenden um die Anſtalt würdigte und ihm die beſten Wünſche der Amtsgenoſſen für ein ſegensreiches Wirken in dem neuen, verantwortungsvollen Amte ausſprach; dann nahm Herr Direktor Dr. Baltzer in bewegten Worten Abſchied von Schule, Lehrern und Schülern. Das Lehrer⸗ zimmer ſchmücken als Erinnerungsgaben des Scheidenden eine ſchöne Radierung von Hugo Ulbrich „Forum Romanum“ ſowie ſeine wohlgelungene Photographie.
Hat das Friedrichsgymnaſium auch nur 4 ½ Jahre unter ſeiner Leitung geſtanden, ſo hat Herr Direktor Dr. Baltzer der Anſtalt doch das Gepräge ſeiner anregenden und lebensvollen Perſönlichkeit zu geben gewußt; die erfolgreiche Arbeit, die er in wiſſenſchaftlicher, pädagogiſcher und organiſatoriſcher Hinſicht mit nie ermüdender Hingabe an ſeinen Beruf und ſeine Schule hier geleiſtet, ſichert ihm die dankbare Erinnerung ſeiner Mitarbeiter und ſeiner Schüler. Dem Dank des Friedrichs⸗ gymnaſiums auch an dieſer Stelle Ausdruck zu verleihen iſt dem Unterzeichneten eine aus voller Über⸗ zeugung kommende und gern erfüllte Pflicht. 3
. Zu ſeinem Nachfolger berufen wurde der bisherige Direktor des Königl. Friedrichskollegiums in Königsberg i. Pr., Prof. Glogau*). Nachdem während der Zwiſchenzeit Herr Prof. Hüpeden
*) Theodor Georg Paul Glogau, geb. am 28. September 1864 in Proeculs, Kr. Memel, beſuchte das Gymnaſium in Memel, ſtudierte in Königsberg und Berlin, beſtand die Lehramtsprüfung in Königsberg und leiſtete hier am Altſtädtiſchen Gymnaſium ſein Probejahr ab; von April 1891 ab leitete er in Goldap(Sſtpreußen) eine höhere Knabenſchule ljetzt Königl. Realgymnaſium), wurde Oktober 1902 Oberlehrer am Königl. Wilhelms⸗ gymnaſium in Königsberg, wo er dann im Oktober 1904 als Schultechniſcher Mitarbeiter in das Königl. Provinzial⸗ ſchulkollegium berufen wurde. Vom 1. Januar 1909 ab war er Direktor des Königl. Friedrichskollegiums in Königs⸗ berg. Er iſt Hauptmann der Landwehrinfanterie. 3 3 3


