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VII. Mlitteilungen an die Schüler und ihre Gltern.
1. Den Primanern iſt zu mäßigem Gebrauch der Beſuch der Reſtauration des Hotel Schirmer, des Kaſſeler Hofs und der Konditorei von Paulus ſowie für den Sommer auch der Reſtauration in der Aue für die Zeit zwiſchen 6 und 8 Uhr abends geſtattet. Außerdem haben ſie am Sonnabend Abend von 8—10 Uhr ihren Geſangverein unter Leitung des Herrn Profeſſors Dr. Brede. Für andere Klaſſen beſteht keine Erlaubnis zum Beſuche öffentlicher Lokale. Die Schüler ſind angewieſen(abgeſehen von obigen Ausnahmen) im Sommer von 8, im Winter von 6 Uhr abends ab ſich in der Regel zu Hauſe zu halten. Wir bitten die Eltern der Schüler und deren Stellvertreter mit uns darüber zu wachen, daß die Schulgeſetze beachtet werden und nicht außerhalb der Schule Übertretungen vorkommen, die für die Schüler ſchlimme Folgen haben könnten.
2. Die Eltern und deren Stellvertreter werden ausdrücklich erſucht, wenn die Forderungen der Schule das zuträgliche Maß der häuslichen Arbeitszeit ihnen zu überſchreiten ſcheinen, alsbald dies dem Direktor oder dem Klaſſenordinarius perſönlich oder ſchriftlich mitzuteilen, und wollen überzeugt ſein, daß eine ſolche Mitteilung dem betreffenden Schüler in keiner Weiſe zum Nachteile gereicht, ſondern nur zu eingehender und unbefangener Unterſuchung der Sache führt. Damit ferner körperliche Gebrechen eines Schülers berückſichtigt werden können, wird gebeten, auf ſolche gleich bei der Aufnahme oder, ſobald das Leiden bemerkt worden iſt, den Ordinarius oder den Direktor auf⸗ merkſam zu machen.
Damit den Angehörigen der Schüler der mündliche Verkehr mit den Lehrern erleichtert werde, hat jeder Lehrer wöchentlich eine Sprechſtunde angeſetzt, die auf einer Tafel auf dem Korridor des Gymnaſiums verzeichnet ſind. Es empfiehlt ſich, den betreffenden Lehrer von dem beabſichtigten Beſuch vorher in Kenntnis zu ſetzen. Im Intereſſe der Schüler werden die Eltern gebeten, von dieſer Gelegenheit bei Zeiten ausgiebigen Gebrauch zu machen, dagegen in den letzten Wochen des Schuljahres unmittelbar vor den Verſetzungsberatungen von Beſuchen möglichſt abzuſehen.
Der Direktor iſt an jedem Schultag von 12—1 Uhr mittags im Gymnaſium in ſeinem Amtszimmer zu ſprechen. Dorthin ſind auch alle ſchriftlichen Mitteilungen über amtliche Angelegen⸗ heiten zu ſenden, nicht in die Wohnung.
3. Die Sorge für das Wohl unſerer Schüler beſtimmt uns auf folgendes aufmerkſam zu machen:.
Leſen und Schreiben in der Dämmerung iſt ſchädlich. Der Platz zum Leſen und Schreiben iſt ſo zu wählen, daß das Fenſter oder die Lampe ſich zur linken Hand befindet. Sonnenſtrahlen dürfen nie auf die Arbeit fallen. Die Entfernung zwiſchen Auge und Schrift ſoll mindeſtens 35 Zentimeter betragen. Über den Gebrauch von Augengläſern muß der Arzt befragt werden.— Beim Schreiben iſt der Stuhl ſo weit unter den Tiſch zu ſchieben, daß die vordere Stuhlkante 2—5 Zentimeter unter die Tiſchplatte reicht. Bei richtigem Sitzen befindet ſich, wenn der Sitzende die Arme herabhängen läßt, die Tiſchplatte in der Höhe der Ellenbogen. Wenn dies der Stuhl, weil zu niedrig, nicht geſtattet, ſo iſt ein Kiſſen aufzulegen. Die Füße müſſen bei richtigem Sitzen mit der ganzen Sohle auf dem Boden ſtehen; daher iſt bei zu großer Höhe des Tiſches ein Fuß⸗ ſchemel unterzuſtellen. Beim Leſen und Lernen wird der Stuhl etwas zurück geſchoben, der Körper nach hinten zurückgelehnt und das Buch ſchräg mit beiden Händen auf dem Tiſch feſtgehalten oder noch beſſer auf ein ſchräges Leſepult geſtellt. Wer auf blauen Linien ſchreibt oder gar Linienblätter benutzt, ſtrengt die Augen an; empfehlenswert ſind ſchwarze Linien.


