Jahrgang 
1892
Einzelbild herunterladen

12

Caſſel, den 2. Oktober 1891. Überweiſung von drei Bildniſſen Sr. Majeſtät des Kaiſers, Sr. Majeſtät des Hochſeligen Kaiſers Wilhelm J. und Sr. Majeſtät des Hochſeligen Kaiſers Friedrich zur Ausſchmückung der Turnhalle.

Caſſel, den 11. Januar 1892. WolfsDie That des Arminius iſt für die Bibliothek anzuſchaffen.

Caſſel, den 12. Januar 1892. ÄAnderungen im Berechtigungsweſen der realen Lehranſtalten.

Caſſel, den 16. Januar 1892. 1. Lehrpläne und Lehraufgaben für die höheren Schulen nebſt Erläuterungen und Ausführungsbeſtimmungen. 2. Ordnung der Reifeprüfungen in den höheren Schulen und Ordnung der Abſchlußprüfungen nach dem ſechſten Jahrgange der neunſtufigen höheren Schulen nebſt Erläuterungen und Ausführungsbeſtimmungen.

Caſſel, den 25. Januar 1892. Zufolge einer Miniſterialverfügung vom 15. Januar 1892 iſt, ſo⸗ weit nach der beſtehenden Ferienordnung der Schulſchluß unmittelbar vor einem Sonn⸗ oder Feſttage eintritt, fernerhin der Unterricht am Tage vor dem Sonn⸗ oder Feſttage mittags 12 Uhr zu ſchließen und nach den Ferien, ſoweit nicht beſondere Verhältniſſe eine andere Anordnung nötig machen, erſt am zweiten Wochentage morgens um die regelmäßige Stunde wieder zu beginnen.

III. Chronik des Gymnaſiums.

Das neue Schuljahr wurde am 6. April 1891 in herkömmlicher Weiſe eröffnet, diesmal durch den Prorektor Profeſſor Dr. Zuſchlag. Der Direktor hatte nämlich am 1. April den ihm auf ſein An⸗ ſuchen behufs Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit verwilligten halbjährigen Urlaub angetreten, und Dr. Zuſchlag war für dieſe Zeit mit den Geſchäften der Leitung der Anſtalt betraut worden.

Da die Unterrichtsſtunden des Direktors für das Sommerhalbjahr unter die Lehrer Dr. Kius, Paulus und Prätorius verteilt worden waren, ſo wurde zur anderweitigen Entlaſtung dieſer Lehrer der Kandidat des höheren Schulamtes Boſſe als Hülfslehrer herangezogen.

Wilhelm Boſſe, geboren zu Burg bei Bremen am 19. März 1861, luth. Konf., beſuchte das Gymnaſium zu

Rinteln, ſtudierte in München, Leipzig, Bonn, Halle und Marburg klaſſiſche Philologie und Geſchichte, beſtand in Mar⸗

burg die Lehramtsprüfung, leiſtete hierauf von Oſtern 1886 an ſein pädagogiſches Probejahr am Gymnaſium zu

Rinteln ab, verblieb auch nach Oſtern 1887 an der genannten Anſtalt als unbeſoldeter Hülfslehrer und vertrat

während des Sommerhalbjahres 1889 einen ordentlichen Lehrer am Realgymnaſium zu Wiesbaden.

Der Kandidat Grammelsdorf hatte nach Beendigung ſeines praktiſchen Übungsjahres die Anſtalt am 21. März 1891 verlaſſen.

Am 8. Mai wohnte der Königliche Provinzial⸗Schulrat Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Lah⸗ meyer einigen Unterrichtsſtunden des Kandidaten Uckermann bei.

Vom 21. bis zum 29. Mai war der ord. Lehrer Prätorius beurlaubt zur Teilnahme an einem archäologiſchen Ferienkurſus für Gymnaſiallehrer, welcher teils in Bonn und teils in Trier abgehalten wurde.

Am 2. Juni unternahmen ſämtliche Klaſſen einzeln unter der Führung ihrer Ordinarien Ausflüge.

Vom 14. Juni bis zum 4. Juli übernahm der Hülfslehrer vom hieſigen Wilhelms⸗Gymnaſium Auguſt Brandes(S. Jahresbericht, 1889/90 S. 14.) 7 Unterrichtsſtunden für den erkrankten Kandidat Uckermann.

Am 15. Juni wurde eine Trauerandacht zum Gedächtniſſe Sr. hochſeligen Majeſtät des Kaiſers und Königs Friedrich gehalten.

Die Sommerferien dauerten vom 6. Juli bis zum 1. Auguſt. In den erſten Tagen derſelben unternahm der Geſangverein der Primaner unter der Führung des Direktors und des ordentlichen Lehrers⸗