Jahrgang 
1913
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riger und hochverdienter Lehrer der Anſtalt, der zugleich viele Jahre hindurch, auch noch in der Zeit ſeines Ruheſtandes, das Amt des Kaſſenführers mit größter Umſicht und Gewiſſen⸗ haftigkeit verwaltet hatte. Lehrer und Schüler gaben ihm das letzte Geleite, der Knabenchor ſang ihm am Grabe einen Abſchiedsgruß.

Durch Miniſterial⸗Erlaß vom 12. Dezember 1912 wurde Herrn Oberlehrer Cramer der Charakter als Profeſſor verliehen.

Während der Weihnachtsferien(20. Dezember bis 3. Januar) wurde, nachdem die miniſterielle Genehmigung dazu erteilt war, mit der Einrichtung einer elektriſchen Beleuch⸗ tungsanlage in der Aula, dem Lehrerzimmer, ſämtlichen Klaſſenzimmern und den Fluren des Anſtaltsgebäudes begonnen. Damit wurde einem ſchon lange empfundenen dringenden Bedürfnis abgeholfen.

Zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Durchlaucht des Fürſten fand am 19. Januar für die Schüler der oberen Klaſſen, wie herkömmlich, ein Tanzvergnügen im Waldecker Hof ſtatt. Der Direktor gedachte dabei in einer Anſprache der großen Bedeutung eines feſten Zuſam⸗ menhalts zwiſchen Fürſt und Volk und brachte ein Hoch auf den Landesherrn aus.

Am 27. Januar wurde der Geburtstag des Kaiſers durch einen Feſtakt in der Aula gefeiert. Der Direktor hielt die Feſtrede über Heinrich von Kleiſt. Deklamationen und vortrefflich eingeübte Geſänge des Schülerchors dienten dazu, die zahlreich beſuchte Feier in eindrucksvollſter Weiſe zu verſchönen. Zum Schluß überreichte der Direktor dem Ober⸗ tertianer Fritz Ruppert das von Sr. Majeſtät als Auszeichnung für einen beſonders wür⸗ digen Schüler überwieſene Buch von WislicenusDeutſchlands Seemacht.

Am 29. Januar öffnete ſich die Aula abermals einer großen Verſammlung, aber diesmal führte nicht frohe Feſtſtimmung, ſondern ſtille Wehmut und tiefe Trauer zahlreiche Gäſte aus nah und fern zuſammen. Es galt dem allſeitig hochverehrten früheren Direktor des Gymnaſiums Dr. Auguſt Wiskemann die letzte Ehre zu erweiſen. Vor noch nicht 1 ½ Jah⸗ ren erſt hatte er die Stätte ſeines langjährigen und reich geſegneten Wirkens verlaſſen, um in Caſſel von ſeiner ſchweren, aber von ihm ſo geliebten Berufsarbeit auszuruhen. Doch es hatte ihm kein langer Feierabend beſchieden ſein ſollen, am 25. Januar war er nach kürzerem Krankſein aus dieſer Zeitlichkeit abberufen worden. Das Gymnaſium hatte es als eine Ehrenpflicht betrachtet, dem Heimgegangenen vor ſeiner Beiſetzung auf dem Cor⸗ bacher Friedhofe in der Aula eine letzte Herberge zu gewähren. Am Schluß der Trauer⸗ feier rief der Direktor dem Entſchlafenen noch einen letzten Dank nach für alles, was er denen, die unter ihm gelehrt und gelernt hatten, geweſen war, was er zum Heil und Wohl des Fridericianums gewirkt hatte.

Die ſchriftlichen Prüfungsarbeiten der Abiturienten wurden in der Zeit vom 28. Januar bis zum 1. Februar angefertigt. Die mündliche Prüfung am 17. Februar leitete Herr Provinzial⸗Schulrat Kanzow.

Sieben Prüflingen wurde das Reifezeugnis zuerkannt, zwei wurden von der mündlichen Prüfung befreit.

Auf Grund einer beſonderen miniſteriellen Anordnung vom 5. Februar d. Js. fiel am 10. März der Unterricht aus. Dafür fand eine Schulfeier ſtatt, in welcher der Bedeutung