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4. Februar 1901. Desgleichen, betr. die neuen allgemeinen Lehrpläne der höheren Schulen, deren Einführung auf Oſtern d. J. in Ausſicht genommen iſt.
22. Januar 1901. Miniſterialerlaß, betr. Remunerierung der Hilfslehrer; Beſchäftigung von mehr als 14 Tagen und mehr als 12 Stunden wöchentlich iſt bei der Feſtſtellung des Dienſtalters anzurechnen.
26. Februar 1901. Desgleichen, betr. überſichtliche Zuſammenſtellung der Beſtimmungen über die Zuerkennung der wiſſenſchaftlichen Befähigung zum einjährig⸗freiwilligen Dienſt.
III. Chroniſ des Gymnaſtums.
Das neue Schuljahr begann am 23. April mit der Aufnahme 22 neuer Schüler. Der neue wiſſ. Hilfslehrer Dr. Ernſt Stöcker wurde am 24. April in ſein Amt eingeführt.
Am 23. Mai unternahm die ganze Schule eine Turnfahrt über Fürſtenberg nach der Orke. Leider wurde das Vergnügen am Nachmittag durch anhaltendes Regenwetter nicht wenig beeinträchtigt.
Vom 18. bis 22. Juni wurden von den Primanern die üblichen Probearbeiten geſchrieben.
Die Sommerferien dauerten vom 1. bis 31. Juli.
Nach den Sommerferien wurde der Kandidat Dr. Richard Andrä, der drei Viertel ſeines Probejahres bereits in Frankfurt a. M. und zu Rinteln abſolviert hatte, zur Vollendung ſeines Probejahres dem hieſigen Gymnaſium zugewieſen und zugleich mit der Verſehung der wiſſ. Hilfslehrerſtelle beauftragt, da Dr. Stöcker eine Oberlehrerſtelle an dem Progymnaſium zu Myslowitz angenommen hatte.
Am 30. Auguſt unterzog im Auftrag des Herrn Miniſters der Unterrichtsdirigent der König⸗ lichen Turnlehrerbildungsanſtalt in Berlin Herr Schulrat Dr. Küppers den Turnunterricht einer eingehenden Reviſion.
Zwei Tage ſpäter, am 1. September, fand auf dem Turnplatz neben der Turnhalle ein Schauturnen des Turnvereins der älteren Gymnaſiaſten ſtatt, das einen nach jeder Seite be⸗ friedigenden Verlauf hatte. Der Direktor erkannte dieſes in einer Anſprache an die Schüler an und verknüpfte damit eine Erinnerung an die Bedeutung der Schlacht bei Sedan.
Eine Reifeprüfung wurde im Herbſt nicht abgehalten, da der einzige Prüfling, der ſich ge⸗ meldet hatte, ſeine Meldung zurückzog.
Mit Schluß des Sommerhalbjahres beendete Prof. Waldeck ſeine Thätigkeit an dem Gym⸗ naſium, da er um ſeine Penſionierung vom 1. Oktober ab eingekommen war. Nach der Schluß⸗ andacht ſprach der Direktor dem ſcheidenden Kollegen im Namen der Schule für ſeine langjährige treue Arbeit und ſeine hervorragenden Verdienſte um die Anſtalt ſeinen aufrichtigen Dank aus.
Die Herbſtferien dauerten vom 23. September bis 8. Oktober.
Nach den Ferien wurde der an Stelle Prof. Waldecks berufene Oberlehrer Dr. Hermann
von Spindler von dem Direktor in ſein Amt eingeführt.
Hermann v. Spindler wurde geboren am 29. Juni 1863 zu Hofgeismar, Rgb. Caſſel, beſuchte das Gym⸗ naſium zu Marburg, von dem er Oſtern 1882 mit dem Zeugnis der Reife entlaſſen wurde, und ſtudierte in Marburg und Berlin klaſſ. Philologie und Geſchichte. Nachdem er im Februar 1888 die Prüfung pro fac. doc.
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