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Gymnaſium. Die Qualifikation erwarb derſelbe auf Grund eines Zeugniſſes der Central⸗Turn⸗ anſtalt in Berlin und unterrichtete die I. und II. Turnabteilung. 2) S.: Hirſchfeld, W.: Wede⸗ mann, Hilfslehrer am Gymnaſium; ſie übten mit der III. Abteilung.
Das Turnen iſt ermöglicht im Freien und im geſchloſſenen Raume. Der Anſtalt ſtehen zur uneingeſchränkten Verfügung ein Turnplatz und eine damit verbundene Turnhalle; beides iſt in 5 Minuten von der Anſtalt bequem zu erreichen. Der Turnplatz, zugleich Spielplatz, hat die angemeſſene Länge und Breite, iſt zum Teil Raſenplatz und von Baumreihen durchſchnitten, die hinlänglich Schatten ſpenden ohne dem Geſamtbetrieb des Turnens im Freien hinderlich zu ſein.
I. Turnabteilung: Zuſammengeſetzte Freiübungen, Eiſenſtabübungen mit Ausfallbewegung, Ordnungsübungen mit Berückſichtigung militäriſcher Formen; angeſpannte Laufübungen in Kurz⸗ und Dauerlauf. Erweiterung des Geräteturnens, namentlich am Barren, Reck und Springel, wobei gute Erfolge erzielt wurden, was Gewandtheit, äußere Haltung und Straffheit anlangt.
II. Turnabteilung: Freiübungen, Ordnungs⸗ und Marſchübungen; Übungen mit dem Eiſen⸗ ſtabe. Daneben Übungen an den Geräten. Überall wurde auf gute Haltung geſehen und die Schüler angehalten, nach dem Kommando bei den Frei⸗ und Ordnungsübungen aufmerkſam zu hören und die Übungen präcis und exakt auszuführen.
III. Abteilung: Einfache Frei⸗ und Ordnungsübungen; Gangarten; Übungen mit Holzſtäben;— Übungen an Tau⸗ und Strickleiter; leichtere Hang- und Stützübungen an Reck und Barren. In angemeſſenem Wechſel wurden Turnſpiele vorgenommen. Es wurden Ball-⸗ und andere Be⸗ wegungsſpiele ausgeführt: Schlaglaufen, ſchwarzer Mann, Katze und Maus, Drittenabſchlagen, Barlaufen u. ſ. w.
Endlich iſt an dieſer Stelle noch dem Bedauern Ausdruck zu geben, daß den Schülern keine Gelegenheit geboten iſt, das Schwimmen zu erlernen wegen Mangels an geeigneten Badeplätzen. 2. Singen.
Mit der Chorgeſang⸗Abteilung wurden in 3 Stunden vierſtimmige Choräle, Motetten und Lieder geſungen; daran ſchloſſen ſich Üübungen auch für Männerchor. Außerdem erhielten die Schüler der Sexta und Quinta zuſammen 1 St. Unterricht in Notenkenntnis, Takteinteilung und im Treffen der Töne. Wettſtädt.
3. Zeichnen.
Den Zeichenunterricht erteilte nach dem Tode des am 1. September 1896 verſtorbenen Zeichenlehrer Jung ſeit Herbſt Zeichenlehrer Thiemann.
III 2 St. Zeichnen nach Naturblättern und Wandtafelzeichnung. Später Körperzeichnen nach Holzmodellen. IIle 2 St. Zeichnen ſymmetriſcher Figuren. Kelchformen ꝛc. Hierauf Spirale und Volute nebſt Füllungen nach Wandtafelzeichnung. IV 2 St. Darſtellen ſymme⸗ triſcher Figuren. Schildformen, Gefäßformen nach Wandtafelzeichnung. V 2 St. Zeichnen der regelmäßigen 6 Hauptfiguren vom Quadrat bis Fünfeck nach Wandtafelzeichnung. Als⸗ ſogenannte Nebenaufgaben wurden Band⸗ und Sternformen gezeichnet.


