Jahrgang 
1878
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Verſäumniſſe wurden durch Erkältungen und Düäätfehler verurſacht. Jedoch muß es dabei aufs Neue auch an dieſer Stelle gerügt werden, daß von unſeren Schülern in dem Bekämpfen blo⸗ ßer Indispoſitionen und mäßiger Schmerzen noch immer recht wenig Energie und wenig Pflicht⸗ gefühl bekundet wird. Es zeigte ſich das auch am Ende des Schuljahres bei epidemiſchem Auftreten leichter Formen der egyptiſchen Augenkrankheit und eines Bindehautkatarrhs(con- innctivitis eatarrhalis). Faſt die Hälfte unſerer Schüler wurde nach und nach angeſteckt, ſo daß von Seiten des Kreisphyſikats beſondere Maßregeln für nöthig erachtet wurden um weiterer Verbreitung und ſtärkerem Schaden vorzubeugen. Allein die Störungen im Unterrichte würden erheblich geringer geweſen ſein, wenn die betr. Schüler mit Pflichttreue bemüht geweſen wären mit Unterſtützung ihrer nicht erkrankten Mitſchüler und ihrer Hausgenoſſen alle mündlichen Vorbereitungen zu ermöglichen.

Gebäude. Auch in dem verfloſſenen Jahre konnten einige Verbeſſerungen an dem Gym⸗ naſialgebäude vorgenommen werden. Durch Wegnahme einer Scheidewand wurde auf der Oſtſeite ein großes Klaſſenzimmer für die combinierte Tertia gewonnen und völlig neu herge⸗ richtet; außerdem wurden zwei Klaſſenzimmer(II. u. V.) neu tapeziert. Im Weſtgiebel wur⸗ den 2 neue Fenſter eingeſetzt. Die Sexta erhielt einen Regulierofen für Steinkohlenheizung, der ſich gut bewährt hat. Die Fluchtlinie der Einfriedigung des Spielplatzes wurde bei Ge⸗ legenheit der Neupflaſterung der Straße, welche der Gemeinderath in dankenswerther Weiſe vornehmen ließ, corrigiert, nachdem im vorigen Jahre auf der Oſtſeite ein feſter Abſchluß durch eine Mauer bewirkt worden war. Die etwas aus dem Loth gewichene öſtliche Einfaſſungs⸗ mauer des Directorgartens wurde bei der Gelegenheit ebenfalls ausgebeſſert. Von dem zwiſchen dem Garten und der alten Stadtmauer entlang führenden Wege hat der Gemeinderath das Stück, welches für eine künftige Erweiterung des Gymnaſiums von Wichtigkeit iſt, zu an⸗ nehmbaren Preiſe an die Anſtalt verkauft. Hoffentlich gelingt es in nicht zu ferner Zeit die Mittel aufzubringen das jetzige Auditorium nebſt Orgelkammer in zwei Klaſſenzimmer umzu⸗ wandeln und zum Erſatz einen Flügelbau auf der Oſtſeite für Aufnahme einer ausreichend großen Aula aufzuführen. Es wird der Hingabe und Opferwilligkeit auf vielen Seiten be⸗ dürfen um dies einer angemeſſenen Weiterentwickelung der Anſtalt zu ſteckende Ziel zu erreichen.

V. Stiſtungen.

Die Zinſen der Strubeſchen und Waldeckſchen Stiftung wurden ſtatutenmäßig verwendet. Das Kapital der erſteren beträgt gegenwärtig 2502 Mark.

Möchten doch Freunde und Gönner der Anſtalt recht bald noch mehr Mittel beſchaffen um der großen Zahl unterſtützungsbedürftiger Schüler, welche dieſelbe beſuchen, den fortgeſetzten Aufenthalt hier oder ſpäter auf der Univerſität zu erleichtern.