Jahrgang 
1878
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die Lectionen aus wegen kirchlicher Feier des zweiten Waldeckiſchen Bußtages. In der Zeit vom 30. Nov. bis 5. Dez. wurden von den Primanern die üblichen Semeſtralarbeiten nach Maßgabe der Abiturientenprüfung geſchrieben; desgl. vom 11.17. Juni 1878. Am 14. Januar 1878 als am Geburtstag Sr. Durchlaucht des Fürſten fiel der Unterricht aus. In einer Anſprache an die Schüler zeigte der Director die Verdienſte und Bemühungen des Wal⸗ deckiſchen Fürſtenhauſes um das hieſige Gymnaſium. Am 22. März wurde unter zahlreichem Beſuch des Publikums der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers durch einen Schulactus feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Gymnaſiallehrer Argermann. Am 27. März fand die mündliche Prüfung der Abiturienten Scipio, Keßler, Geiſe, Leusmann, Lange und v. Warns⸗ dorf ſtatt. Mit Wahrnehmung der Funktionen des Königlichen Commiſſarius war der Director beauftragt worden. Säumtliche Sechs beſtanden die Prüfung.

Am 26. Mai nahm die Schule offiziell an dem von Sr. Durchlaucht dem Fürſten auf Anlaß des Mordanſchlages gegen Se. Majeſtät den Kaiſer angeordneten Bußgottesdienſt Theil. Die erſchütternde Kunde von dem entſetzlichen zweiten Mordanfalle traf den größten Theil des Lehrercollegiums, als es mit der Prima und Secunda von Arolſen zurückkehrte, wo die Fürſt⸗ liche Sammlung von Alterthümern(beſ. aus Pompeji) und die Waffenhalle beſichtigt worden war. Für die liebenswürdige Führung dabei ſei an dieſer Stelle dem Herrn Hofbibliothekar Speyer und dem Herrn Major Schmidt noch ein beſonderer herzlicher Dank ausgeſprochen.

Am 18. Juni wurde der Vormittagsunterricht ausgeſetzt wegen des in hieſiger Stadt ab⸗ gehaltenen landwirthſchaftlichen Feſtes für den Kreis des Eiſenbergs.

Vom 12.17. Auguſt fand die ſchriftliche Abiturientenprüfung ſtatt.

Am 2. September wurde die Wiederkehr des Sedantages durch einen Schulactus feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt Herr Gymnaſiallehrer Leiß. Nach der Schulfeier nahm das Gymnaſium Theil an dem öffentlichen Feſtgottesdienſte, desgleichen am Nachmittage an dem allgemeinen Feſtzuge. Das aus Bequenlichkeit und Gleichgiltigkeit erfolgte Fernbleiben einer größeren Anzahl Schüler vom Gottesdienſte und Feſtzuge verdient als ein trauriges Zeichen der Zeit Erwähnung an dieſer Stelle und ſchärfſte öffentliche Rüge.

Am 6. September fand unter Vorſitz des Königlichen Commiſſarius, Herrn Provinzial⸗ Schulrath Dr. Rumpel, die mündliche Prüfung der Abiturienten Türcks und Schneegans ſtatt. Beiden wurde das Zeugniß der Reife zuerkannt. Die übrigen Abiturienten waren freiwillig vorher zurückgetreten.

II.

Im Lehrercollegium fanden folgende Veränderungen ſtatt: Am 29. Januar 1878 ſchied der zweite ordentliche Gymnaſiallehrer C. Eſau aus ſeiner bisherigen Stellung um einem Rufe an das Lyceum in Heidelberg zu folgen. Das Königliche Provinzial⸗Schulcollegium hatte den Antrag des Genannten auf Entlaſſung außer der Zeit wohlwollend genehmigt. Vor ver⸗ ſammelter Schulgemeinde ſprach der Director dem Scheidenden, der als Schüler und bis auf ein halbes Jahr auch als Lehrer immer der hieſigen Anſtalt angehört hatte, den gebührenden Dank für ſeine treue und erfolgreiche Mitarbeiterſchaft und die beſten Wünſche für ſein Wohl⸗ ergehen in den künftigen Berufsverhältniſſen aus. In die erledigte Stelle rückte vom 1. April an nach Verfügung des Königlichen Provinzial⸗Schulcollegiums der bisherige dritte ordentliche