Jahrgang 
1878
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Realabtheilung. Quarta und Tertia: Ordinarius König. Die Schüler der Realabtheilung erhielten wöchentlich 6 Stunden engliſchen Unterricht ſtatt des griechiſchen; im übrigen nahmen ſie an allen Lehrſtunden der Gymnaſiaſten Theil. 2 Die Vertheilung des Lehrſtoffes war folgende: Quarta: Schmidts Elementar⸗Grammatik§. 1 17(Seite 1 115.) Wöchentlich zwei Exer⸗ citien. Lectüre aus dem angehängten Leſebuch. S. 222 236. 4 St. Außerdem 2 St. combinirt mit III. Tertia: Lectüre im W. und S. Christmas Carol by Ch. Dickens. Grammatik nach Im⸗ manuel Schmidt, im W.§. 21 25, im S. Wiederholung von§. 11 25. Ueberſetzen aus dem Franzöſiſchen ins Engliſche. Wöchentlich 1 Exercitium. Extemporalien. Die nun ſeit Herbſt 1876 beſtehende Einrichtung des Unterrichtes dieſer Realabtheilung hat ſich nach allen Seiten hin gut bewährt. Hoffentlich gelingt es in nicht zu ferner Zeit vom Reichskanzler die Ermächtigung zu erlangen, den Zöglingen dieſer Abtheilung, welche die Unter⸗ ſekunda befriedigend abſolvirt haben, das Zeugniß für den einjährig freiwilligen Militairdienſt zu ertheilen.

Schulamtspräparanden.

Die wegen Mangel einer beſonderen Präparandenanſtalt für das Fürſtenthum ſeit dem Jahre 1854 am hieſigen Gymnaſium geſtattete Vorbildung von Schulamtspräparanden wurde wie bisher fortgeſetzt. Die Präparanden, an Zahl 5, erhielten den Unterricht der Realſchüler, außerdem aber in geſonderten Stunden:

Religion, 2 St. Seehauſen. Bibelkunde des A. und N. T.; Kirchengeſchichte, Glaubens⸗ und Pflichtenlehre. Kirchenlieder wurden gelernt.

Muſik, 7 St. Wettſtädt. a. Harmonieleh re. Kenntniß vom Tonwerth und Zeitwerth des Tones, von den 12 Dur⸗ und Molltonarten, von den Zeichen, durch welche der Ton nach ſeiner Höhe oder Tiefe andauernd oder nur momentan verändert wird. b. Klavierſpiel. Spielen der Dur⸗ und Molltonarten mit beiden Händen auf⸗ und abwärts; Anſtreben der Fertigkeit jede Choralmelodie ohne Vorbereitung vom Blatte abzuſpielen und eine leichte Sonate oder Fuge nach einiger Uebung im richtigen Tempo vorzutragen. c. Orgelſpiel. Abſpie⸗ len eines leichten Chorales. d. Violinſpiel. Geläufiges Spielen der Dur⸗ und Mollton⸗ arten. Bekanntſchaft mit den Geſetzen der Bogenführung und der Applikatur in den wichtigſten Poſitionen.

Die Eltern, welche die Abſicht haben genügend befähigte Söhne als Schulamtspräparanden ausbilden zu laſſen, werden dringend darauf aufmerkſam gemacht, daß der Eintritt derſelben in die Sexta nicht ohne ſchweren Nachtheil über das 11. Lebensjahr hinausgeſchoben werden kann. Bis zum vollendeten 17. Lebensjahre müſſen die Zöglinge hier bleiben, ehe ſie in ein Seminar eintreten können.