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B. Phyſikaliſches Cabinet. Neu angeſchafft wurden ein Electrophor und eine Ruff⸗Bunſen⸗ ſche Batterie von 8 Elementen. Ein großer Theil des etatsmäßigen Poſtens mußte zu Repara⸗ turen verwendet werden.
Geſchenkt wurden von dem leider inzwiſchen verſtorbenen Stud. math. Waldſchmidt ein Heronsball; von dem Kreisphyſikus Dr. med. Waldeck ein Radiometer. Für beide Geſchenke ſage ich Namens der Anſtalt gebührenden Dank.
VII. Mittheilungen der Schuſe an das Elternhaus und an
das Publſicum.
Ohne eine ſtetige und willige Mitwirkung des Elternhauſes oder der Penſion, welche deſſen Stelle zu erſetzen beſtimmt iſt, vermag die Schule nur in ſeltenen Fällen ihre wiſſenſchaftlich bildende, geſchweige denn ihre ſittllich⸗erzieheriſche Aufgabe zu löſen. Von dem natürlichen Intereſſe der Eltern und Penſionsgeber an einer gedeihlichen Entwickelung der Schüler muß daher die Schule es erwarten, daß ihre reiflich erwogenen und von den vorgeſetzten Behörden beſtätigten Geſetze gewiſſenhaft beobachtet werden. Die meiſten ſchweren Vergehen gegen Schul⸗ disciplin ſind nichts als der Endpunct einer vorangegangenen langen Reihe leichter Verſtöße, welche von Seiten kurzſichtiger oder ſchwacher Eltern oder Penſionsgeber ungerügt geblie⸗ ben ſind.
Durch feſtes Entgegentreten von vornherein und durch verſtändiges Leiten können Eltern und Penſionsgeber ſehr dazu mitwirken Zuſtände herbeizuführen, welche eine Anwendung der ſchwerſten Schulſtrafen gänzlich unnöthig werden laſſen. Zur Herſtellung nun und Aufrecht⸗ erhaltung einer guten Schulzucht bitte ich die geehrten Eltern und Penſionsgeber eindringlich 1. in keinerlei Schulverſäumniſſe ohne zwingenden Grund zu willigen, 2. die Schüler von un⸗ erlaubtem Wirthshausbeſuche zurückzuhalten, 3. keine Gelage auf den Stuben derſelben zu ge⸗ ſtatten und 4. in jeder Weiſe der etwaigen Betheiligung an Verbindungen mit Nachahmung ſtudentiſcher Formen entgegenzutreten, da derartige Verbindungen durch die Aufſichtsbehörden auf das ſtrengſte unterſagt ſind und event. mit ſofortiger Verweiſung von der Schule beſtraft werden. Die Eltern unſerer auswärtigen Schüler benachrichtige ich noch beſonders, daß ich das Wohnen von Schülern in Gaſthäuſern nicht geſtatten kann, auch darauf beſtehen muß, daß Mittags⸗ und Abendtiſch nicht in einer Wirthsſtube, ſondern in einem Privathauſe genommen wird. Zugleich bemerke ich, daß ich jede Penſion ablehnen werde, deren Wahl mir nicht recht⸗ zeitig mitgetheilt und von mir gutgeheißen iſt. Grundſätzlich muß ich den Penſionen den Vor⸗ zug geben, in welchen die Schüler nicht als ſelbſtändige Chambregarniſten, ſondern als zu Haus und Familie gehörig betrachtet werden.
Hinſichtlich der Schulbücher bringe ich die Beſtimmung unſerer Schule allgemein in Erinne⸗ rung, nach welcher ſtark zerriſſene und beſchmutzte oder überſchriebene Exemplare nicht geduldet werden ſollen. Ich warne daher vor dem Ankauf ſolcher Bücher. Desgleichen weiſe ich die geehrten Eltern für Neuanſchaffungen darauf hin, daß der Gebrauch von Klaſſikerausgaben mit Anmerkungen in der Klaſſe nicht geſtattet wird, ſondern nur für die häusliche Vorbereitung,
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