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ferien, am 18. December der Zögling der II. Klaſſe, Rudolph Göbel aus Herold, Amts Naſtätten, der Anſtalt durch den Tod entriſſen. Seinem Leichenbegängniſſe wohnten die Lehrer der Anſtalt und die noch in Idſtein anweſenden Seminarzög⸗ linge bei.
Neu aufgenommen wurden im Laufe des Sommerſemeſters Johann Horn von Oberrod, A. Rennerod, in die II. Klaſſe, und mit Beginn des Winterſemeſters Friedrich Schaab aus Limburg in die l. Klaſſe. Ein Schüler trat aus der II. in die III. Klaſſe zurück; ein anderer mußte wegen tadelhaften Betragens aus der Anſtalt ausgewieſen werden. Die Schülerzahl am Schluſſe des Schuljahres 18%, iſt demnach folgende:
Klaſſe I.— 33 evang., 31 kath.— zuſ. 64. „ II.— 35„ 19„—„ 54. „ III.— 19„ 18„„ 37.
Im Ganzen 155.
Bei dieſer großen Schülerzahl in den einzelnen Klaſſen mußte auch in dieſem Jahre die ſchon im Programm 1850 angeführte nachtheilige Einrichtung der Par⸗ allelklaſſen beibehalten bleiben.
Für die praktiſche Ausbildung der Zöglinge der I. Seminarklaſſe war durch die im Programm für 1850 erwähnte Einrichtung geſorgt.
Während des Sommerſemeſters waren für die neu eingetretenen Zöglinge der III. Klaſſe tägliche Arbeitsſtunden im Seminar angeordnet unter der Leitung der Herren Kröck und Hartmann. An ihre Stelle trat im Winterſemeſter Nachhülfe⸗ unterricht in verſchiedenen Gegenſtänden, beſonders in der Muſik, in welcher die Aſpiranten in der Regel am mangelhafteſten vorgebildet ſind. Der Nachhülfeunter⸗ richt in dieſem Gegenſtande wurde von Zöglingen der I. Seminarklaſſe unter Lei⸗ tung und Mitwirkung der Herren Feye und Kröck ertheilt. Es verſpricht dieſe Einrichtung recht erſprießlichen Nutzen ſowohl für die lehrenden, wie auch für die lernenden Seminarzöglinge.—
Für die körperliche Kräftigung und Bildung der Zöglinge wurde geſorgt theils durch den Turnunterricht, theils durch größere und kleinere Spaziergänge unter Begleitung der Lehrer, theils durch fleißige Benutzung des Badeweihers.


