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III. Chronik.
Nachträglich ist hier zur Ergänzung des Berichts über das Schuljahr 1897/98 zu erwähnen, dass am Ende des genannten Jahres der Turnlehrer Herr Phil. Störger aus dem Lehrer- kollegium der Anstalt ausschied, um in den Ruhestand überzutreten. Seit Juli 1858 war er mit Turnunterricht an der Realschule betraut gewesen und 1876 als Turnlehrer angestellt, worden. Die Anstalt gedenkt in Dankbarkeit seiner langjährigen, erfolgreichen Wirksamkeit. Das Schuljahr 1899/1900 wurde Dienstag den 11. April vormittags 8 Uhr eröffnet.
Am 9. Mai beehrte Herr Generalsuperintendent Pfeiffer aus Cassel die Anstalt mit seinem Besuche, um dem evangelischen Religionsunterrichte in mehreren Klassen beizuwohnen.
Am 10. Mai fand die Hauptversammlung des Vereins von Lehrern an höheren Unterrichts- anstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck hier in Hanau statt. Die Versammlung tagte im Saale der Oberrealschule, in der sich auch das Empfangsbureau befand. Der Unterricht musste deshalb Dienstag den 9. Mai nachmittags und Mittwoch den 10. Mai ausgesetzt werden.
Am Nachmittag des 4. und 7. August musste der Unterricht wegen zu grosser Hitze ausfallen. Am 22. August machten sämtliche Klassen der Anstalt dem üblichen Sommerausflug in die nähere oder weitere Umgebung der Stadt.
Am 26. Okt. fand eine eingehende Revision des Zeichenunterrichts durch Herrn Prof. Mohn von der Königl. Kunstschule in Berlin statt.
Am 14. und 21. Dezember wurde den Schülern der Nachmittag zum Eisvergnügen freigegeben. Am 23. Dezember vormittags 9 Uhr fand auf Anordnung der vorgesetzten Behörde eine Jahr- hundertfeier statt, bei der Herr Oberlehrer Forst die Hauptereignisse des zu Ende gehenden Jahrhunderts in einer Rede besprach.
Auch in dem verflossenen Schuljahre hat die Anstalt den Verlust eines hoffnungsvollen Schülers durch den Tod zu beklagen. Am 20. Januar starb nach langem, schwerem Leiden der Schüler der Vorschulklasse 1 a Joachim v. Eckartsberg.
An dieser Stelle müssen wir noch eines anderen Schülers, des Obertertianers Aloys Graf gedenken, dessen Tod wir am Schlusse des Schuljahres 1898/99, am 13. März 1899 zu be- klagen hatten. Wir nehmen an dem Schmerze der schwergeprüften Eltern innigen Anteil. Am 5. Februar 1900 verschied der am Schlusse des Schuljahres 1896/97 in den Ruhestand versetzte Vorschullehrer Herr Hermann Römer. Das Lehrerkollegium und eine grosse Anzahl Schüler geleiteten ihn zu seiner letzten Ruhestätte.
Die Anstalt wird sein Andenken allezeit in Ehren halten.
Der Gesundheitszustand war im Laufe des Winters pei Lehrern und Schülern nicht der beste. Im November und Dezember waren viele Schüler, der 3. und 2. Vorschulklasse, meistens an Masern, erkrankt. So fehlten in der 2. Hälfte des Dezember in Vorschulklasse 3 a von 23 Schülern 13, in 3 b von 22 Schülern 14, in Vorschulklasse 2 von 41 Schülern 11. Auch mehrere Mitglieder des Lehrerkollegiums, die Herren Prof. Israel, Oberlehrer Dr. Hoffmann, Oberlehrer Dr. Arendt, Oberlehrer Dr. Zingel, Zeichenlehrer Balschun, Lehrer an der Oberrealschule Paulstich und Vorschullehrer Collmann waren während des letzten Viertel- jahres erkrankt und genötigt, ihren Unterricht für kürzere oder längere Zeit auszusetzen. Die Stunden der erkrankten Kollegen wurden teils durch Kombination oder Vertretung besetzt, teils mussten sie ausfallen.
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