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III. Chronik.
Am Schlusse des Schuljahres 1895/96 traten zwei Lehrer der Anstalt, Herr Prof. Dr. Scheer und Herr Ziegler, in den Ruhestand. Ersterer hatte seit 1. Juni 1867, letzterer seit 1. Nov. 1848 an der Schule gewirkt. Bei der Schlussfeier dankte der Direktor beiden für die der Anstalt geleisteten treuen Dienste und gab dem Wunsche Ausdruck, dass es ihnen vergönnt sein möge, noch lange in ungestörter Gesundheit auf die lange Reihe der der Arbeit gewid- meten Jahre zurückzublicken.
Gleichzeitig sah sich auch Herr Pfarrer W iegand infolge seiner vermehrten Berufsgeschäfte
genötigt, das Amt des katholischen Religionslehrers der Anstalt niederzulegen. Auch ihm sprach der Direktor bei der Schlussfeier den Dank der Anstalt aus. An Stelle des in den Ruhestand versetzten Zeichenlehrers trat Herr F. Balschun, der bis- her an einer städtischen Schule zu Königsberg i. Pr. gewirkt hatte. Er wurde am 12. Mai in sein Amt eingeführt. Den katholischen Religionsunterricht übernahm mit Beginn des Schul- jahres 1896/97 Herr Kaplan Ernst.
Ferner trat mit Beginn des Schuljahres der wissenschaftliche Hilfslehrer Herr Dr. Garke, der bisher an der Realschule in Cottbus gewirkt hatte, in das Lehrerkollegium ein.
In der Hora am 9. Mai, als dem Vorabende der 25jährigen Gedächtnisfeier des Friedens- schlusses d. J. 1871, wurde auf die Bedeutung dieses Ereignisses hingewiesen, und Montag den 11. Mai machten die einzelnen Klassen zur Feier dieses Tages unter Führung ihrer Klassen- lehrer Ausflüge in die engere und weitere Umgebung der Stadt.
Am 15. Juni musste der Nachmittagsunterricht wegen zu grosser Hitze ausfallen.
Die Sommerferien dauerten vom 5. Juli bis 3. August.
Vom 4. August bis zu den Herbstferien war Herr Vorschullehrer Römer durch Unwohlsein an der Erteilung seines Unterrichts gehindert; die beiden Abteilungen der ersten Vorschul- klassen wurden während seiner Abwesenheit durch Herrn Vorschullehrer Zehner gemeinsam unterrichtet.
Die Feier des Sedantages fandtin der herkömmlichen Weise statt. Die Festrede des Herrn Oberlehrers Dr. Zingel entwarf ein Bild Deutschlands vor und nach dem Jahre 1870.
Die Herbstferien dauerten vom 26. September bis 12. Oktober.
Das Wintersemester wurde am 13. Oktober vormittags 8 Uhr mit einer gemeinsamen Andacht eröffnet.
In den letzen Tagen des Sommersemesters und in den ersten Wochen des Wintersemesters war Herr Oberlehrer Dr. Arendt durch Unwohlsein an der Erteilung seines Unterrichts ver- hindert.
Am 7., 8., 9. und 10. Dezember 1896 fand eine Revision der Anstalt durch Herrn Provinzial- schulrat Dr. Pähler statt.
Durch Verfügung des Herrn Ministers vom 4. Januar 1897, U. II 3085, wurde die Anstalt, deren Entwicklung bis zur Oberprima vorgeschritten ist, als Oberrealschule anerkannt.
Am 7. Januar 1897 vormittags 10 Uhr feierte die Anstalt das 50 jährige Dienstjubiläum des Herrn Vorschullehrers Römer. Nachdem die Feier durch den Choral„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ eröffnet war, hielt der Direktor im Anschluss an den 103. Psalm eine Ansprache, worin er dem Herrn Jubilar für die der Anstalt geleisteten treuen Dienste dankte und ihm einen ungetrübten Feierabend wünschte. Darauf sprachen mehrere Schüler der ersten Vorschulklasse, ein Untertertianer und ein Oberprimaner dem Herrn Jubilar die Glückwünsche der Schüler aus und überreichten mehrere schöne Geschenke. Hierauf wurde


