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Rechnen. 6 St. w. Addition, Subtraktion, Multiplication und die Anfänge der Division.
Zehner. Turnen. 2 St. w. Freiübungen, Ordnungs- und Gerätübungen. Störger.
Vorschulklasse 3.
Ordinarius: Römer.
Religionslehre. 4 St. w. Ausgewählte Geschichten des A. und N. Testaments unter Berücksichtigung der Festzeiten. Dazu passende Sprüche und Liederverse. Römer.
Deutsch. 8 St. w. Von Ostern bis Weihnachten die Hanauer Fibel, von da ab das Lesebuch von Paulsiek für Octava. Memorieren einer Anzahl poetischer, Nacherzählen prosaischer Stücke.
Täglich Schreibüburgen. Römer. Rechnen. 6 St. w. Von den ersten Elementen bis zum Addieren 38telliger Zahlen. Das kleine Einmaleins. Römer. Anschauungsunterricht. 2 St. w. Angeschlossen an den Unterricht im Deutschen und in der biblischen Geschichte. Römer. Gesangunterricht verbunden mit dem Anschauungsunterricht. Stimm- und Gehörübungen nebst Einübung einer Anzahl leichter Schullieder. Römer. Turnen. 2 St. w. Frefübungen, Ordnungsübungen, Spiele. Störger.
B. Zur Chronik der Anstalt.
1. Das Schuljahr 1882— 83 wurde Montag den 17. April 1882, nachdem Morgens von 9 Uhr an die Aufnahmeprüfung der zum Eintritt angemeldeten Schüler stattgefunden hatte, Nachmittags 3 Uhr in herkömmlicher Weise mit Gesang und Gebet und unter Verlesung der Schul- und Disciplinarordnung, auf welche die neu eintretenden Schüler durch Handschlag verpffichtet wurden, eröffnet.
2. Mit Beginn des Unterrichts begann der mit Genehmigung des Königlichen Provinzial- Schulkollegiums als wissenschaftlicher Hülfslehrer angenommene Candidat des höheren Schulamts, Dr. Karl Feussner, seine Lehrerthätigkeit. Über seine früheren Lebensverhältnisse hat derselbe folgende Angaben gemacht:
Dr. Karl Feussner, Sohn des Gymnasiallehrers und Prorektors Dr. H. Feussner, wurde am 17. Oktober 1855 zu Rinteln geboren. Er besuchte die Gymnasien zu Rinteln und zu Marburg und studirte vom Herbst 1875 an zu Marburg Mathematik und Naturwissenschaften. Bei dem Examen pro facultate docendi, welches er im Sommer 1880 zu Marburg ablegte, erhielt er die Lehrbefähigung in Mathematik, Physik, Chemie und Mineralogie für alle Klassen, in Zoologie und Botanik für die mittleren Klassen zuerkannt. Nach dem Examen besuchte er noch zu weiterer Ausbildung die Universität Berlin und promovirte im Anfang des Jahres 1882 zu Marburg zum Doktor.
Durch Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel vom 25. Mai 1882 wurde genehmigt, dass der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Karl Feussner sein Probejahr an der hiesigen Realschule ableiste.


