Jahrgang 
1880
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B. Zur Chronik der Anstalt.

1. Das Schuljahr 1879 80 wurde Montag den 21. April 1879, nachdem Morgens von 9 Uhr an die Aufnahme-Prüfung der neu angemeldeten Schüler statt gefunden hatte, Nachmittags 3 Uhr in herkömmlicher Weise mit Gesang und Gebet und unter Vorlesung der Schul- und Disciplinar-Ordnung eröffnet.

2. Am 5. Mai 1879 wurde der durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schulcollegiums zu Cassel vom 7. April 1879 J.-Nr. 1470 provisorisch angestellte Elementarlehrer Hugo Schaäfer in sein Amt eingeführt. Derselbe hat über seine früheren Lebensverhältnisse folgende Angaben gemacht.

Nikolaus Wilhelm Hugo Schäfer, geb den 15. October 1856 in Seckbach bei Frankfurt a. M., be- suchte eine Bürgerschule in Frankfurt, erhielt von 1870 74 Unterricht in Mathematik, Französisch und Englisch

bei Professor Zimmermann, absolvirte darauf das Lehrerseminar zu Schlüchtern, wirkte von October 1877

bis April 1879 als Lehrer an der Volksschule zu Praunheim und erhielt im Mai 1879 provisorische Anstellung an der Vorschule der Realschule zu Hanau.

3. Am 11. Juni 1879 beging die Anstalt das hohe Fest der goldenen Hochzeit unserer erhabenen Majestäten des Kaisers und der Kaiserin durch einen öffentlichen Schulactus, bei welchem der Real- lehrer Dr. Scheer die Festrede hielt, unter zahlreicher Betheiligung der Eltern der Schüler und anderer Freunde der Anstalt.

4. In den Tagen vom 12. bis 18. Juni 1879 unterzogen sich die bisherigen Elementarlehrer Wolff und Paulstich vor der dazu bestehenden wissenschaftlichen Prüfungscommission zu Cassel der Prüfung für Mittelschulen, ersterer im Fache der neueren Sprachen, letzterer in Mathematik und Naturwissenschaften.

5. Die Sommerferien erstreckten sich vom 5. bis 21. Juli 1879.

6. Am 21. Juli 1879 starb plötzlich zu Marburg, woselbst er, um Heilung zu finden, seit Neu- jahr 1879 sich aufhielt, der Oberlehrer Dr. Heinrich Kessler. Die Anstalt verlor an ihm einen sehr treuen, gewissenhaften und geschickten Lehrer, welcher an ihr seit dem Jahre 1855 gewirkt und sich um dieselbe, ganz besonders durch die mustergiltige Einrichtung des chemischen Laboratoriums, namhafte und bleibende Verdienste erworben hat. Möge sein Andenken im Segen verbleiben.

7. Der schon seit längerer Zeit an heftigen rheumatischen Beschwerden erkrankte Lehrer Philipp Russ war gegen die Mitte des Sommerhalbjahres durch sein Leiden genöthigt einen längeren Urlaub zu nehmen, welcher zunächst auf 5 Wochen ertheilt wurde und nach Verlauf derselben ver- längert werden musste. Von einer Bade-Reise zurückgekehrt steigerte sich sein Leiden immer mehr und am 2. October 1879 ereilte ihn der Tod. Russ war ein sehr pflichttreuer, kenntnissreicher Lehrer, welcher sich durch sein umfassendes Wissen auf dem Gebiete der beschreibenden Natur- wissenschaften in weiten Kreisen, namentlich bei den wissenschaftlichen Vertretern dieser Disciplin Anerkennung erworben hatte. Der Realschule hat er als Lehrer seit dem Jahre 1844 angehört und dieselbe zu bleibendem Danke für seine ihr geleisteten Dienste verpflichtet.

8. Am 2. September 1879 wurde das Fest der Erinnerung an die ruhmreichen Kriegsereignisse des Jahres 1870 durch einen öffentlichen Schulactus, bei welchem der Reallehrer Dr. Ulrici die Festrede hielt, in der Aula unter zahlreicher Betheiligung der Angehörigen der Schüler und anderer Freunde der Anstalt gefeiert. Nach dieser Schulfeierlichkeit schlossen sich Lehrer und Schüler lem Trauerzuge an, welcher von der Bürgerschaft zum Andenken an die auf dem Hanauer Friedhofe zur letzten Ruhe gebetteten Opfer des Krieges veranstaltet wurde.

9. Am 12. September 1879 starb zu Wiesbaden der vorhinnige Director der Realschule Dr. Herwig, welcher kurz nach seiner Pensionirung seinen Wohnsitz in jene Stadt verlegt hatte. An der Realschule dahier hatte derselbe seit dem Jahre 1843, anfangs als Lehrer und seit 1856 als Director gewirkt und sich in dieser langen Reihe von Jahren durch seine grosse Umsicht und Berufs-