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b) Durch Verfügung vom 10. Oktober 1912, S. 16022, wurde der Kandidat des höheren Lehramts Dr. Heinrich Siemon der Anstalt zur Fortsetzung seines Probejahres über- wiesen und zugleich mit der Erteilung von 11 Unterrichtsstunden beauftragt.
c) Durch Verfügung vom 3. Oktober 1912. S. 15174, wurde der Kandidat des höheren Lehr- amts Dr. Rudolf Bernges der Anstalt zur Ableistung seines Probejahres überwiesen.
8. Revision der Anstalt. Zu dem Schuljahre 1911/12 ist nachträglich zu berichten, dab am 16. und 17. Januar 1912 eine Revision der Anstalt durch Ilerrn Geh. Regierungsrat Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser stattfand.
9. Am 9. September besuchten die Schüler der O II. UI und 0 I unter Führung des Direktors die Ausstellung„Der Mensch“ in Darmstadt.
10. Am 18. September 1912 fand die Reifeprüfung eines Schülers der Anstalt unter dem Vorsitze des Direktors, am 24., 25. und 26. September die von 18 Nichtschülern unter dem Vorsitze des Herrn Geh. Regierungs- und Provinzial-Schulrats Dr. Kaiser statt.
11. Am 10. Dezember 1912 wurde den Schülern der Nachmittag zum Eisvergnügen frei- ben.
12. Der Geburtstag Seiner Majestät des Kaisers und Königs wurde Montag, den 27. Januar, vormittags 9 ½ Uhr, festlich begangen. Die Festrede hielt Herr Oberlehrer Ebel.
13. Vorschule. Mit dem Ende des Sehuljahres 1911/12 ist die Vorschule eingegangen. Vorschullehrer W. Hamburger, der die oberste Klasse geführt hatte, ging. wie die beiden Vorschul- lehrer Collmann und Schäfer an die Knaben-Mittelschule, an die Mädchen-Mittelschule über. Auch ihm sei hier für die der Anstalt geleisteten treuen Dienste der gebührende Dank ausgesprochen.
14. Jahrhundertfeier der Anstalt.
Am 1. Februar 1913 plickt die Schule auf ein Jahrhundert ihrer Geschichte zurück. Neben der im Jahre 1607 gegründeten„Hohen Landesschules, die als reformiertes Gymnasium be- trachtet wurde, bestand in Hanau noch ein lutherisches Gymnasium, das aus einer Gemeinde- schule der Johangeskirche um das Jahr 1678 hervorgegangen war. Dieses lutherische Gymnasium, dessen Verschmelzung mit dem reformierten Gymnasium im Jahre 1753 geplant, aber abgelehnt worden war, erlebte seine höchste Blütezeit unter dem Rektor Johann Andreas Benignus Bergsträber, geboren zu Idstein den 22 Dezember 1732, gestorben zu Hanau als Großherzoglich Frankfurtischer lutherischer Konsistorialrat, Professor und Rektor am 25. Dezember 1812. Bei der geringen Ein- wohnerzahl Hanaus konnten aber zwei so gleichartige Anstalten auf die Dauer nicht bestehen, auch waren die konfessionellen Gegensätze zwischen Lutheranern und Reformierten fast ausgeglichen, und wie anderwärts im deutschen Vaterland, so bereitete sich auch in Hanau die Union der beiden Konfessionen vor. Im Jahre 1810 wurde Carl von Dalberg, der frühere Erzbischof von Mainz. Großherzog von Frankfurt. Er führte durch ein am 1. Pebruar 1812 erschienenes Unterrichtsgesetz eine durchgreifende Anderung des Schulwesens in seinem kleinen Staate ein, in dem das Fürsten- tum Hanau ein Departement bildete.
Paragraph 11 des ersten Abschnittes bestimmte, daß in dem Hauptorte eines jeden Depar- tements ein Grobherzogliches Gymnasium bestehen solle, neben dem kein Nebengymnasium geduldet wurde, und Paragraph 8 setzte fest:„Die Städte, in denen eine grobe Zahl von Einwohnern sich mit dem Handel und Fabrikwesen beschäftigt, und in denen für einige bürgerliche Klassen ein mehr als gewöhnlicher Umfang von Kenntnissen notwendig wird, sollen mit Realschulen versehen werden.“ So wurde die„Hohe Landesschule“ in ein Großherzogliches Gymnasium umgestaltet und an die Stelle des lutherischen Gymnasiums trat eine Bürger- und Realschule; diese beiden neuen Anstalten wurden am 1. Februar 1813 eröffnet(S. Festschrift zum 250 jährigen Jubiläum der Grund- steinlegung der Johanniskirche zu Hanau 1658— 25. Mai 1908, S. 54, ²). Die Schule beabsichtigt das Gedächtnis ihrer Gründung festlich zu begehen. Wenn der Tag der Gründung auch der
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