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II. Verfügungen des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums.
Das Königliche Provinzial-Schulkollegium teilt durch Verfügung vom 4. Nov. 1909, S. 13572 einen Erlaß des Herrn Ministers mit, durch den auf zwei gemeinverständliche Sehriften über Zahn- pflege: 1.„Notwendigkeit und Wert der Zahnpflegen“ v. Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Miller und Prof Dieck und 2.„Schutz den Zühnen“ von Zahnarzt Dr. Erich Schmidt hingewiesen wird.
Diese Sehriften kosten im Einzelverkauf Nr. 1 20 Pig., Nr. 2 10 Pig.
bei Bezug von 100 Ex. Nr. 1 17.50 Mk. Nr. 2 8.75 Mk. 200„„„ 30.—„„„ 16.—„ „„ 500„„„ 70.—„„„ 35.—„ Wir empfehlen den Eltern diese Sehriften mit dem Bemerken, daß die Schule bereit ist, diese zu beziehen.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Die Aufnahmeprüfung fand Montag den 19. April statt. In die Oberrealschule wurden 94. in die Vorschule 13 Schüler aufgenommen.
2. Im Sommerhalbjahr hatten wir einen 58tündigen Vormittagsunterricht eingerichtet, der Tu begann und 12 ½ schloß. Der Nachmittagsunterricht wurde in den Stunden von 3—5 abge- halten. Durch diese Einrichtung wurden für die Klassen VI und V alle. für IV zwei, für alle übrigen Klassen ein Nachmittag frei. Unsere Beobachtungen und Erfahrungen veranlassen uns, im nächsten Sommerhalbjahre den Unterricht wieder ebenso einzurichten.
3. Die Ferien fielen im ahgelaufenen Schuljahre folgendermaßen: 1. Pfingstferien: 29. Mai bis 2. Juni. 2. Sommerferien: 3. Juli his 2. August. 3. Michaelisferien: 26. September bis 1I. Oktober. 4. Weihnachtsferien: 23. Dezember 1909(mittags) bis 6. Januar 1910.
4. Mit Ende des Sommerhalbjahrs verlieb uns Dr. Westphal, der sein Probejahr vollendet hatte und von dem Kgl. Provinzial-Schulkollegium als wissenschaftlicher Ililfslehrer an die Ober- renlschule II zu Cassel berufen wurde.
Dureh Verfügung des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums vom 6. Oktober 1909 8. 12684 wurde Dr. Karl Bott aus Hanau, in dem wir wiederum einen früheren Schüler begrübßen, der Anstalt zur Apleistung seines Probejahres überwiesen.
5. Am 1. Oktober 1909 schied der Schuldiener der Anstalt, Johannes Höhne, aus zeinem Amte, das er seit Dezember 1885 bekleidet hatte. In Anerkennung Sseiner treuen und gewissenhaften Dienste wurde ihm von Sr. Majestät dem Könige das Kreuz zum allgemeinen Ehren- zeichen verliechen. Möge das Bewußtsein, seine Pflicht allezeit treu erfüllt zu haben, ihm den Feierabend verschönern helfen!
Zu seinem Nachfolger wurde von dem Kuratorium der Schule Friedrie h Gerlach bestellt, der bisher Vizefeldwebel im Infanterieregiment Hessen-Homburg Nr. 166 gewesen war.
6. Der Gesundheitszustand der Schüler blieb im verflossenen Schuljahre erfreulicherweise ungestört, leider aber haben wir den Tod zweier Mitarbeiter, des Professors Martin Nebelsieck und des am 1. Juli 1908 in den Ruhestand versetzten Professors Karl Knoop zu heklagen.
Professor Nebelsieck, über dessen Erkrankung wir im vorigen Jahre berichten mubßten, hatte zu Beginn des Schuljahres einen Teil seiner Unterrichtsstunden wieder übernommen; nach den Sommerferien aber sah er sich genötigt, seine Tätigkeit gänzlich aufzugeben. Leider hat die Zeit völliger Ruhe ihm die erhoffte Genesung nicht gebracht. Freitag den 1. Oktober wurde er durech einen sanften Tod von seinem langen und schweren Leiden befreit. Montag den 4. Oktober, nachmittags 3 Uhr, geleiteten wir ihn zu seiner letzten Ruhestätte, an der der Direktor im Namen der Schule und mehrere Schüler im Namen ihrer Klassen Kränze niederlegten. In einer kurzen An- sprache hob der Direktor die musterhafte Pflichttreue des Verewigten und seine stete, unverdrossene IHiltsbereitschaft hervor. Wir werden sein Andenken allezeit in Ehren halten.


