12. 12. 1905. Kgl. Prov.-Schulkollegium übersendet 1 Exemplar des deutschen Universitäts- kalenders für 1905/06...
13. 12. 1905. Im Auftrage des Herrn Ministers wird vom Kgl. L'rov.-Schulkollegium für die Schülerbibliothek übersandt: 1 Exemplar der Schrift von Berthold Otto„Unser Besuch im Kieler Kriegshafen.-
6. 1. 1906. Ministerialerlaß in Betreff eines archäologischen Kursus in Berlin.
7. 1. 1906. Ferienordnung für das Schuljahr 1906/07(Siehe Seite 31).
9. I. 1906. Ministerialerlaß über Oberlehrerstellen an dem Instituto Nacional del Profesora- do Secundario zu Buenos Aires.
22. 1. 1906. Das Kommando der II. Werft-Division zu Wilhelmshaven teilt mit, daß für die
Marine-Ingenieur-Laufbahn noch Bedarf ist an jungen Leuten. die das Befähigungs-
zeugnis zum einjährig-freiwilligen Dienst besitzen oder Ostern 1906 erhalten
werden. Die Bedingungen sind bei der II. Werft-Division jederzeit zu erhalten.
22. 1. 1906. Ministerialerlaß in Betreff englischer und französischer Lehramtsassistenten, die an preußische Schulen berufen werden können.
12. 2. 19066. Ministerialerlaß, durch den für den 27. Februar d. Js. als den Tag der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares der Ausfall des Unterrichts und die Abhaltung einer Schulfeier angeordnet wird.
III. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Schuljahr begann am 2. Mai 1905. Die Aufnahmeprüfung fand Tags zuvor statt. Die Zahl der in die Oberrealschule neu Aufgenommenen hetrug 94; in die Vorschule traten 39 Schüler ein.
Bei der feierlichen Eröffnung des neuen Schuljahres wurde Herr Zeichenlehrer Bongardt. der bisher an der hiesigen höheren Mädchenschule tätig gewesen war. in sein Amt an der Anstalt eingeführt. Der bisherige Zeichenlehrer, Herr Herrmann. war aus dem Kollegium der Oberrealschule ausgeschieden, um die bisher durch Herrn Bongardt versehene Zeichen- lchrerstelle an der höheren Mädechenschule zu übernehmen. Der Echrer der katholischen Religion., Herr Kaplan Weber, mußte aus Gesundheitsrücksichten einen lüngeren Urlaub nehmen; an seine Stelle trat Herr kaplan Trageser.
Am S. Mai feierte die Schule die 100. Wiederkehr des Todestages Schillers durch einen Fackelzug und das Abbrennen eines Freudenfeuers auf dem großen Exerzierplatze. Mit ein- brechender Dunkelheit setzte sich der Zug der Schüler, an der Spitze die Kapelle des Infanterie- Regiments Ilessen-Homburg Nr. 166, von dem Schulhofe aus in Bewegung, um auf den Exer- zierplatz hinauszumarschieren. Nachdem sich hier die Schüler und eine vieltausendköpfige Menge, die den Zug erwartet oder begleitet hatte, in weitem Kreise umeden mächtigen Holz- Stoß aufgestellt hatte, sangen die Schüler unter Musikbegleitung Schillers„Lied an die Freude“. Hierauf hielt der Direktor eine Ansprache, in der er Schiller als Sänger der Preiheit und als Dichter der Vaterlandsliebe feierte. Die Rede schloß mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. In dem Augenblick., wo das begeisterte Hoch erklang, flammte der Holzstoß auf, und die Flammen schlugen zum Himmel empor; und nun erbrausten die Klänge des Liedes:.Deutsch-


