Jahrgang 
1904
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III. Zur Geschichte der Anstalt.

Das Schuljahr 1903/1904 wurde Dienstag den 21. April, vormittags 7 Uhr 20 Min., eröffnet. Mit Beginn des Schuljahres übernahm Herr Kaplan Weber den katholischen Religionsunterricht. Der bisherige Lehrer der katholischen Religion, Herr Kaplan Dehler, mußte infolge seiner Versetzung nach Fulda am 1. März 1903 seine Tätigkeit an der Anstalt einstellen.

Die Pfingstferien dauerten vom 31. Mai bis 3. Juni, die Sommerferien vom 5. Juli bis 3. Aug., die Herbstferien vom 27. September bis 12. Oktober, die Weihnachtsferien vom 23. Dezember 1903 mittags bis 6. Januar 1904.

Wegen grobßer Hitze mußte die letzte Vormittagsstunde und der Nachmittagsunterricht am 29. u. 30. Juni ausfallen. Aus demselben Grunde wurde der Nachmittagsunterricht am 2. Juli ausgesetzt. Am 2, und 3. September machten einige Schüler der Ober- und Unterprima und der Ober- sekunda unter Führung des Herrn Vick Nertreter des Zeichenlehrers) einen Ausflug an die Lahn und den Rhein.

Vom 13. bis 17. Oktober war Herr Oberlehrer Rausenberger zur Teilnahme an einem natur- wissenschaftlichen Kursus in Berlin beurlaubt.

Am 22. Oktober 1903, vormittags 9 ½ Uhr feierte die Anstalt in der festlich geschmückten Aula das 50 jährige Amtsjubiläum des Herrn Vorschullehrers Wilh. Zehner. Nachdem die Peier durch den Choral:O daß ich tausend Zungen hätte eröffnet war, hielt der Direktor eine Ansprache, worin er dem Herrn Jubilar für die der Anstalt geleisteten treuen Dienste

dankte. Der Chor stimmte hierauf einen Lobgesang aus einer Kantate von Bach an, dann

folgten die Beglückwünschungen. Der

Untertertianer Frit⸗ Bauer überreichte dem Jubilar

einen Veilchenstrauß und trug folgendes Gedicht vor:

Rüst'gen Fußes zieht der Wandrer Froh durch Gottes schöne Welt, Über Berge, durch die Täler,

Über Strom, durch Wald und Feld.

Und vom hohen Bergesgipfel Blicket er hinab ins Tal, Das zu seinen Füßen lieget In der Sonne goldnem Strahl.

Purpurn glänzt der hohe Himmel, Abendsonne strahlet mild, Und in weiter, duft'ger Ferne Schaut er seiner Heimat Bild.

So blickst Du an diesem Tage Frohen Auges auch zurück Auf der Jahre lange Reihe, Die geschenkt ein holdes Glück.

Frohbewegten Herzens preisest Du des treuen Gottes Huld, Und wir alle mit Dir zollen Ihm, dem Herrn, des Dankes Schuld.

Fünfzig lange Jahre hast Du- Ganz der Jugend Dich geweiht, Ilast für sie allein gewirket Still und treu zu jeder Zeit.

Freudig führten stets die Eltern Ihre Kleinen zu Dir hin, Denn Du hütetest ihr Kleinod Pürsorglich mit treuem Sinn.

Warst ein treuer Freund der Kinder, Freundlich zeigte Deine Hand Aus des Erdenlebens Wirrsal Nach dem ew'gen Vaterland.

Dafür danken heut Dir alle, Dafür dankt Dir groß und klein, AIle stimmen freud'gen Herzens Auch in unsern Wunsch mit ein:

Süßer Feierabendfrieden Möge Dir beschieden sein! Sanft und milde nach der Arbeit Ist der Abendsonne Schein.

Laß uns als des Dankes Zeichen Heut Dir diese Veilchen weihn,

Laß die holden Frühlingskinder Unsrer Herzen Sprecher sein.

Denke, wenn die Blumen welken AIlzubald, ein Raub der Zeit: Nimmer, nimmer soll erlöschen Unsrer Herzen Dankbarkeit.

(Verfaßt von Dr. F. Schmidt).