c) Am 16. Januar gedachte in einer Trauerfeier Studienrat Humpf des verſtorbenen ehemaligen Direktors Geheimrat Braun. An ſeiner Beerdigung nahmen mehrere Lehrer, die Oberprima und der Schülerchor teil.— Am 26. Februar ſtarb nach kurzer, ſchwerer Krankheit der Quartaner Helmut Ubrig, ein ſtrebſamer Schüler und guter Kamerad ſeiner Klaſſe; in einer Trauerfeier ſprach über den Verſtorbenen der Klaſſenlehrer Studienrat Knöll.— In der Trauerfeier für Studienrat Freuden⸗ berger(ſ. S. 17) gab der Unterzeichnete ein Bild vom Weſen des Verſtorbenen und von ſeiner Wirk⸗ ſamkeit für unſere Schule.
VII. Erlaſſe und Verfügungen.
Min.⸗Erl. U II 18231 U III A vom 30. 1. 28. Die Gefährdung des Beſtandes unſerer Wälder macht es notwendig, die Schuljugend immer wieder auf die Bedeutung des Waldſchutzes hinzuweiſen.
Min.⸗Erl. UI 30 320 U II vom 20. 2. 28. Schüler, die ſich dem Studium eines techniſchen Faches widmen wollen, müſſen ſich vorher praktiſch ausbilden.
Merkblatt für die Schüler höherer Lehranſtalten, die ein kechniſch⸗wiſſenſchaftliches Fach zu ſtudieren wünſchen.
1. Wer beabſichtigt, ein techniſch⸗wiſſenſchaftliches Fach zu ſtudieren, muß ſich ſorgfältig auf ſeine Eignung hierzu zu prüfen und ſollte erfahrene Männer der Technik zu Rate ziehen. Intereſſe an techniſchen Dingen ge⸗ nügt nicht. Neben der allgemeinen Eignung zum wiſſenſchaftlichen Arbeiten ſind gute Kenntniſſe in der Mathe⸗ matik und den Naturwiſſenſchaften, Verſtändnis für mathematiſche und naturwiſſenſchaftliche Arbeitsmethoden und ein gutes Vorſtellungsvermogen für Raumgebilde unerläßlich. Wer ohne die erforderliche Begabung ein techniſch⸗wiſſenſchaftliches Studium ergreift, hat Mißerfolge auf der Hochſchule und noch mehr im ſpäteren Leben zu gewärtigen.
2. Für die meiſten techniſch⸗wiſſenſchaftlichen Fächer iſt eine praktiſche Arbeitszeit als Vorbereitung auf das Studium und zu ſeiner Ergänzung notwendig und vorgeſchrieben. Sie ſoll in die handwerkliche Arbeit als die Grundlage techniſchen Schaffens, in die techniſchen und wirtſchaftlichen Zuſammenhänge eines Betriebes und in den Aufgabenkreis und die Lebenswelt des Ingenieurs einführen. Sie iſt ein weſentlicher Beſtandteil des Studiums und für die Ausbildung nicht minder wichtig als andere Teile.
3. Um den Erfolg der praktiſchen Arbeitszeit zu ſichern, ſind Praktikantenberatungsſtellen der deutſchen Tech⸗ niſchen Hochſchulen eingerichtet worden. Es iſt unter allen Umſtänden geboten, vor der Entſcheidung über die praktiſche Ausbildung und das Studium die nächſte Praktikantenſtelle zu Rate zu ziehen, zumal in Preußen in einzelnen Fächern die Beſcheinigung einer Praktikantenſtelle in den Prüfungen verlangt wird. Die Anſchriften der preußiſchen Praktikantenſtellen lauten:
Praktikantenamt Berlin, Techniſche Hochſchule Charlottenburg 2,
Praktikantenamt Dortmund, Dortmund, Brandenburger Straße 1,
Praktikantenamt Breslau, Techniſche Hochſchule Breslau.
4. Einzelne techniſche Fachrichtungen ſind zurzeit überfüllt. Ihr Studium bietet geringe Ausſichten fur ein ſpäteres Fortkommen. Auskunft hierüber können die Praktikantenämter, die Berufsberatungsämter und in ge⸗ wiſſem Umfange die Fachverbände erteilen..
5. Auch einzelne Hochſchulen und Fakultäten ſind zurzeit überfüllt. Es iſt dringend davor zu warnen, das Studium dorthin zu verlegen, da der Wirkungsgrad des Unterrichts, namentlich in den Übungen, durch Über⸗ füllung leidet. Beiſpielsweiſe ſind zurzeit mehrere Fachrichtungen an der Techniſchen Hochſchule in Charlotten⸗ burg beſonders ſtark überfüllt, während die Techniſchen Hochſchulen in Aachen und Breslau Studierende der meiſten Fachrichtungen noch aufnehmen können. Es empfiehlt ſich, auch über dieſe Frage das nächſte Prakti⸗ kantenamt um Rat anzugehen.
Vfg. 3516 vom 24. 4. 28. Die höheren Schulen einer Stadt haben ſich untereinander und mit den ihnen Schüler zubringenden Anſtalten über einheitliche Fachausdrücke der Sprachlehre zu verſtändigen.
Vfg. 9410 vom 27. 6. 28. Nach dem 1. 10. 28 darf kein Unterricht vor 8 Uhr früh angeſetzt werden.
24


