Jahrgang 
1915
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Techniſcher Unterricht.

Turnen. Die Anſtalt beſuchten im Sommer 173, im Winter 149 Schüler. Von dieſen waren befreit:

vom Turnen überhaupt von einzelnen üÜbungsarten auf Grund ärztlichen Zeugniſſes.. i. S. 10, i. W. 13 i. S. 4, i. W. 2 aus anderen Gründen..... i. S., i. W. i. S., i. W. zuſammen i. S. 10, i. W. 13 i. S. 4, i. W. 2

alſo von der Geſamtzahl der Schüler i. S. 6%, i. W. 12% i. S. 2,3%, i. W. 1,3%

Im Sommer beſtanden 6 Turnabteilungen, im Winter 4. Zur kleinſten gehörten im Winter 18, zur größten 42 Schüler. Für den Turnunterricht waren im Sommer 18, im Winter 12 Stunden angeſetzt. Ihn erteilten im Sommer Oberlehrer Humpf in 2 Abt. mit 6 Std., wiſſ. Hilfslehrer Engelhardt in 1 Abt. mit 3 Std., Muſiklehrer Röſſer in 3 Abt. mit 9 Std.; im Winter Ober⸗ lehrer Humpf in 2 Abt. mit 6 Std., Oberlehrer Thies in 1 Abt. mit 3 Std., Muſiklehrer Röſſer in 1 Abt. mit 3 Std. Bis zum Ausbruch des Krieges ſtanden dem Gymnaſium Turnhalle, Turn⸗ und Spielplatz der Turngemeinde zur Verfügung. An den Spielſtunden(wöch. 4) beteiligten ſich durchſchnittlich 25 Schüler der Klaſſen VI bis III*(wiſſ. Hilfslehrer Engelhardt, Muſiklehrer Röſſer). Seit Ausbruch des Krieges iſt die Turnhalle Lazarett. Daher wurde im Auguſt gar nicht, ſeit 1. September im Saale der Brauerei Weismantel, ſeit 1. Januar im Evang. Vereinshaus geturnt.

Das Jugendturnfeſt auf dem neuen ſtädtiſchen Spielplatz in Wilhelmsbad fand bei herr⸗ lichem Wetter ſtatt. An den allgemeinen Freiübungen beteiligten ſich etwa 1500 Mädchen und Knaben(vom Gymn. 116), zum Vierkampf in 3 Altersklaſſen hatten ſich 405 Wetturner(vom Gymn. 42) gemeldet, die 240 Sieger(vom Gymn. 26) erhielten eine Ehrentafel. Beim Eilbotenlauf mit 8 Läufern über 800 m errangen die Gymnaſiaſten in der Unterſtufe den 2. Sieg.

über die Turnfahrten der einzelnen Klaſſen(meiſtens unter Führung der Klaſſenleiter) ſiehe die genaueren Mitteilungen in der Chronik der Anſtalt(S. 15).

Singen. Der Unterricht wurde erteilt von Muſiklehrer Röſſer als Klaſſenunterricht in VI. und V mit je 2 Wochenſtunden und als Chorgeſang in V bis I mit 3 Wochenſtunden. Während in dem Klaſſenunterricht die lehrplanmäßigen Aufgaben zur Behandlung kamen, hatte ſich der Chor ſeit Ausbruch des Krieges auch die Aufgabe geſtellt, deklamatoriſche, inſtrumentale und geſangliche Vorträge in den hieſigen Lazaretten zu bieten, was alle Beteiligten mit viel Freude und Bereit⸗ willigkeit taten und wodurch ſie bei den Verwundeten und Kranken reichen Dank ernteten.

Zeichnen. Am wahlfreien Zeichenunterricht nahmen 22 Schüler teil. Außer den verſchie⸗ denen Techniken des Freihandzeichnens(Blei, Kohle, Feder, Aquarell, Tempera, Öl) wurde Projek⸗ tion, Schattenlehre und maleriſche Perſpektive gelehrt. Architekturzeichnen wurde in der Hanauer Altſtadt geübt. In allen Klaſſen wurde mit Übungen in der Kunſtſchrift begonnen und dabei Schnurzüge und gotiſche Formen bevorzugt. Durch Aushängen von Photogravüren nach Werken berühmter Meiſter und Belehrungen über deren Leben und Arbeiten wurde Intereſſe und Ver⸗ ſtändnis für Kunſtwerke zu wecken geſucht. Um den Schülern Einblick in unſere heutige Verviel⸗ fältigungstechnik zu bieten, wurden die lithographiſchen Kunſtanſtalten von Herzing, Klein⸗Stein⸗ heim und Gebrüder Brüning, Hanau beſichtigt. Am Schluſſe des Schuljahres(20. und 21. März) fand eine Ausſtellung der Schülerarbeiten ſtatt.