Jahrgang 
1914
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V. Stiftungen und Unterſtützungen von Schülern.

Das Jubiläumsſtipendium Abt. lI und II war an zwei Oberprimaner vergeben.

Aus dem Erträgniſſe derStiftung von Pedro Jung wurden einer größeren Anzahl von Schülern Stipendien in verſchiedener Höhe zugewendet. Einer Anzahl von dürftigen und würdigen Schülern wurde das Schulgeld ganz oder teilweiſe erlaſſen. Auch wurden bedürftigen Schülern Schulbücher aus der durch das Pels'ſche Legat unterſtützten bibliotheca pauperum geliehen.

VI. Mitteilungen an die Eltern.

1. Entſprechend einem Erlaſſe des Herrn Miniſters weiſe ich die Schüler unſerer Anſtalt und ihre Eltern wiederholt auf die nachteiligen Folgen hin, die die Teilnahme von Schülern an verbotenen Verbindungen nach ſich zieht.

2. Dringend warne ich die Eltern, ihre Kinder an den Genuß geiſtiger Getränke zu ge⸗ wöhnen, die für Körper und Geiſt gleich ſchädlich ſind und die Kinder zum Lernen untüchtig machen.

3. Auf Weiſung des Herrn Miniſters wird folgender Erlaß zur Kenntnis gebracht:

Die Gefahren, die durch die überhand nehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, ſind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat ſich wieder mehrfach gezeigt, daß durch die Abenteurer⸗, Gauner⸗ und Schmutzgeſchichten, wie ſie namentlich auch in einzelnen illuſtrierten Zeitſchriften verbreitet werden, die Phantaſie verdorben und das ſittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden iſt, daß ſich die jugendlichen Leſer zu ſchlechten und ſelbſt gerichtlich ſtrafbaren Handlungen haben hinreißen laſſen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen laſſen, mit allen ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln dieſes übel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verſtändnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die ſittliche Feſtigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In faſt allen Schulen finden ſich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen koſtenlos benutzt werden können. Aber die Schule iſt machtlos, wenn ſie von dem Elternhauſe nicht ausreichend unterſtützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkennt⸗ nis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewußtſein ihrer Verantwortung die Leſeſtoffe ihrer Kinder einſchließlich der Tagespreſſe ſorgſam überwachen, das verſteckte Wandern häßlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch⸗ und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugniſſe der Schundliteratur feilgeboten werden, ſtreng verbieten und ſelbſt überall gegen Erſcheinungen dieſer Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann iſt Hoffnung vorhanden, daß dem Übel geſteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen ſelbſt mit Rat und Tat zur Seite ſtehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die ſich für die Alters- ſtufe und für ihre geiſtige Entwickelung eignen. Zu dieſem Zwecke werden es ſich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen ſein laſſen, ſich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmannſchen Verlage zu