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Für den Turnunterricht waren wöchentlich insgesamt 12 Stunden ausgesetzt. Ihn erteil- ten für die unterste Abteilung der Oberlehrer Prof. Schaub, für die drei übrigen Abteilungen der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Kilb.
Der Unterricht wurde in der von der Anstalt zu diesem Zwecke gemieteten Störgerschen Turnhalle erteilt, die etwa 5 Minuten vom Gymnasium entfernt ist. Im Sommer wurde, soweit es die Witterung und der Bestand der Geräte erlaubte, auf dem zur Turnhalle gehörigen Turn- platze geturnt.
Etwa ein Dritteil der zum Turnen bestimmten Zeit wurde im Sommer zum Spielen ver- wandt; im Winter wurde weniger gespielt. Die Spiele fanden im Sommer auf dem Turnplatze, im Winter meist in der Turnhalle statt- Bei günstiger Gelegenheit wurden die Schüler statt zum Turnen von ihren Lehrern zum Schlittschuhlaufen auf einer in der Nähe der Anstalt ge- legenen Eisbahn geführt.
An der Anstalt besteht eine Vereinigung von Schülern zum Zwecke des Fussballspieles; diese spielte an den schulfreien Nachmittagen in der günstigen Jahreszeit auf dem vor der Stadt gelegenen Exerzierplatze.
Mit den einzelnen Abteilungen wurden folgende ilbungen vorgenommen: Sexta und Quinta: Einfache Frei- und Ordnungsübungen, Springübungen, Üvungen am Klettergerüst und an den wag- rechten Leitern. Leichtere üpungen am Reck und Bock.— Quarta und Unterter tia: Wieder- holung der Frei- und Ordnungsübungen der Unterstufe mit Erweiterungen, iipungen im Reihen. Springübungen am Sprunggestell, am Bock und Pferd. UÜbungen am Klettergerüst und an den wagrechten Leitern; leichtere Hang- und Schwungübungen am Reck; einfache Schwung- und Stützübungen am Barren.— Obertertia und Untersekunda: Schwierigere Ordnungsübungen; Frei- übungen mit Handgeräten, insbesondere in Verbindung mit Ausfallstellungen, Springübungen am Sprunggestell, an Bock und Pferd; leichtere UÜbungen aus Stand und Stütz am Pferd; Übungen an dem Klettergerüste. Am Reck: Auf. und Umschwünge, Unterschwung, Schwungübungen im Beuge- hange. Am Barren: Armbeugen im Querliegestůtz vorlings, Beinheben, Stützeln, Stützhüpfen, Schwingen im Streckstütz, Sitzwechsel mit Schwingen im Knickstütz.— Obersekunda und Prima: Wiederholung wichtigerer Ordnungsübungen, schwierigere Freiübungen mit Handgeräten, Sprung- übungen an den Sprunggeräten wie vorher, mit stets steigender Schwierigkeit; Stabhochspringen, iſbungen am Klettergerüst, an den Schaukelringen. Am Pferde: Kreisspreitzen im Seitstütz vor- lings, iberhocken eines Beines und beider Beine, Flankenschwung im Stütz, Rad, Schraubenrad, Flankenschwung rückwärts, Schere seitwärts, Finte. Am Reck: Knickstütz mit Schwungstemmen, Kippen, ibersprünge und iverschwünge, Schwingen im Streckhange mit Anfügungen, Aufziehen, Aufstemmen, Aufschwingen aus dem Streckhange, Schwungkippen. Am Barren: Seitensprünge, Kippen, Aufstemmen, Schwingen im Knickstütz, Spreizühungen. Armwippen beim Vor- und Rück- schwung. Grätschen über ein Holmende, Kehrschwung am Barrenende, Schulterstand, Rolle, Wage, schwunglose iibungen mit Armbeugen und Beinheben.
Gesang. 6 St. w. 1. u. 2. Abt.(gemischter Chor): Einübung einer grösseren Anzahl von Chorgesängen aus dem Liederschatz fur höhere Schulen von Günther und Noack, beidé Abt. je 2 St. w.; 3. Abt. 2 St. w. Stimm- und Treffübungen, Notenlesen, die leichteren Dur-Ton- arten, Choräle, Volks- und Vaterlandslieder.(Henkel).


