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gerichtet werden muß. Die Heizanlage, die schon in milden Wintern in verschiedenen Klassen- räumen mangelhaft funktioniert hatte, versagte im Februar vollständig, da sie teils durch Rost, teils durch die starke Inanspruchnahme während der schlimmen Kälteperiode unbrauchbar geworden war. Sie mußte durch Aufstellung neuer Gliederkessel wieder betriebs- fähig gemacht werden. Dadurch wurde mit Ausnahme von zwei Klassen, die in den mit Gas geheizten Pavillonzimmern untergebracht werden konnten, die Schule über eine Woche zu unfreiwilligem Feiern gezwungen.(S. auch Chronik).
b) Lehr- und Lernmittel.(S. Bücherverzeichnis unter 9).
c) Besondere Einrichtungen sind das Schulorchester, die Vorturner-Riegen, Zeichen- ausstellung, Milchausgabe.
7. Chronik der Anstalt.
Das Schuljahr 1928/29 begann am 17. April mit der Prüfung der neuangemeldeten Schüler, der eigentliche Unterricht am Tage darauf mit einer Feier in der Turnhalle.
Am 8. Mai hielt Polizeikommissar Schmidt von hier vor der gesamten Schule einen Vortrag über die„Gefahren der Straße“.
Vom 8.—11. August wohnte der Dezernent der Anstalt, Herr Oberschulrat Dr. Deiters, dem Unterricht in den meisten Klassen sowie der Verfassungsfeier am 11. August bei. In einer am 10. abgehaltenen Konferenz teilte er dem Lehrerkollegium seine Beobachtungen und Wünsche mit und nahm zu verschiedenen wichtigen Erziehungs- und Bildungsfragen, die von Mitgliedern des Lehrerkollegs besprochen wurden, Stellung.
Zum Zwecke einer Studienreise nach Frankreich wurde St-R. Brenken vom 25. Juni bis 4. August beurlaubt. Vom 22.— 30. Oktober nahm der Direktor an einem altsprach- lichen Lehrkursus zur Einführung in die Schulreform in Frankfurt a. M. teil. St.-R. Weihl erhielt vom 29. Oktober bis 3. November Urlaub zur Teilnahme an einem landeskundlichen Lehrgang in Marburg. Schließlich wohnte St.-R. Dr. Reuter vom 13. bis 16. Februar 1929 einem Schulfunk-Lehrgang in Frankfurt a. M bei.
Am 11. August wurde der Verfassungstag, mit dem diesmal eine Jahn-Gedenkfeier verbunden war, in der üblichen festlichen Weise begangen. St.-R. Dr. Reuter entwarf zunächst ein ausführliches Bild vom Leben und Wirken des großen Patrioten, um sodann auf die eigent- liche Bedeuntung des Tages überzugehen. Herr Oberschulrat Dr. Deiters, der im Anschluß an die Revision der Anstalt auch dieser Feier beiwohnte, zeigte zum Schluß den Schülern noch einige besonders bemerkenswerte soziale Fortschritte des Verfassungswerkes auf.
Wie in früheren Jahren fand auch heuer am 31. Oktober ein Reformationsgottes- dienst in der Erlöserkirche statt, an dem sich die evangelischen Lehrer und Schüler betei- ligten. Der Tag war für sämtliche Schüler schulfrei.
Am 19. November wurde des großen Komponisten Franz Schubert in allen Klassen eingehend gedacht. Die eigentliche Feier wurde erst am 23. Januar 1929 im Konzertsaal des Kurhauses in der Gestalt eines musikalischen Familienabends abgehalten, der unter der Leitung von O. Sch. L. und Musiklehrer Unger stand und einen sehr befriedigenden Verlauf nahm. Unser Schulorchester wirkte außerdem bei dem Gottesdienst in der Erlöser- kirche anläßlich des Volkstrauertages erfolgreich mit.
Die 200. Wiederkehr des Geburtstages von Lessing gab den Deutschlehrern Veranlassung die Verdienste des großen Dichters und Kritikers um Sprache und Literatur eingehend zu würdigen.


