Jahrgang 
1904
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III. Zur Schulgeschichte.

Am 20. April 1903 wurden achtundvierzig zur Aufnahme angemeldete Schüler ge- prüft. Der Unterricht begann am Dienstag, den 21. April, nachdem bei der Eröffnungsfeier die Schüler mit dem Inhalt der Schulordnung bekannt gemacht, zu gutem Betragen und gewissenhaftem Fleisse ermahnt worden waren.

1. Im Bestande des Kuratoriums trat im Laufe dieses Schuljahrs keine Ver- änderung ein.

2. Der Lehrkörper. Da mit Schluss des vorhergehenden Schuljahres Herr Dr. Seippel unsre Anstalt verliess, wurde Herr Adolf Reusch, geboren zu Geisenheim am 9. April 1877, durch Verfügung des Königl. Provinzial-Schulkollegiums vom 15. April, unserer Anstalt zur Ableistung des pädagogischen Probejahrs und zugleich ais wissen- schaftlicher Hilfslehrer überwiesen. Er erteilte den französischen Unterricht in IIr. und in IVg., den deutschen Unterricht in IIr., in IV. und V. sowie Erdkunde in IV. und war gewissenhaft bemüht, seine Schüler in ihren Kenntnissen zu fördern. Da er jedoch am 1. Oktober der Musterschule zu Frankfurt a. M. zur Beendigung seines Probejahres überwiesen wurde, trat im Winterhalbjahr Herr Lorenz Mack, der inzwischen seinen Militärdienst abgeleistet hatte, an seine Stelle. Von seiner früheren Thätigkeit her mit den Schülern und mit unsrer Schule bekannt, konnte er ohne Schwierigkeit den Unterricht der ihm anvertrauten Klassen weiter führen.

Am 27. August wurde bei Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Königs in unserer Provinz dem um unsre Anstalt wohlverdienten ältesten Mitgliede unsres Kolle- giums, Herrn Professor Dr. W. Glaser, der Rote Adlerorden 4. Kl. und am 24. Dezember durch Allerhöchstes Patent dem Direktor der Charakter als Geheimer Regierungsrat Allergnädigst verliehen.

Der frühere Pedell Herr K. Dannhof, der zu Ostern 1903 pensioniert wurde, erhielt für seine langjährigen, treuen Dienste das Königl. PreussischeAllgemeine Ehren- zeichen, das ihm der Unterzeichnete am 2. April überbrachte.

3. Schulfeiern. Am Sedantag hielt Herr Dombach die Festrede, in der er den Tag als einen Tag ehrenvoller Erinnerung, innigen Dankes und ernster Mahnung für das deutsche Volk bezeichnete. Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs behandelte der Direktor das Thema: Wie hat Preussen unter den Hohenzollern und durch diese die führende Stellung auf geistigem Gebiete in Deutschland errungen? Es wurde die Gründung der Akademie der Künste und der Akademie der Wissenschaften in Berlin durch Kurfürst Friedrichi III., die weitere Entwickelung der letzteren und die Für- sorge unseres Kaisers für alle geistigen Bestrebungen geschildert. Die Erinnerungsfeiern wurden in herkömmlicher Weise in den Klassen begangen. Als am 25. August S. Maje- stät der Kaiser den Anfang des Baues der neuen evangelischen Erlöserkirche besich- tigte, bildeten die Schüler unsrer Anstalt Spalier. Eine Musikaufführung, bei der nach anderen Vorträgen der Schülerchor unter Leitung des Gesanglehrers Herrn Schildhauer die Cantate A. KlughardtsDas Meer vortrug, wurde am 5. März veranstaltet. Der Gesang wurde durch Mitwirkung von Mitgliedern der städtischen Kur- kapelle unterstiitzt. Viele Eltern unsrer Schüler und sonstige Freunde der Anstalt wohn- ten der Aufführung bei und ermöglichten durch gütige Beiträge die Anschaffung eines Flügels von Ferdinand Schaaf in Frankfurt an Stelle des der Schule gehörigen Pianinos.

4. Die Schülerausflüge wurden am 10. Juni unternommen. Die Primaner des Gymnasiums besuchten Münster am Stein und die Ebernburg, die Sekundaner Heidel- berg, die Realprimaner Schlangenbad, die Obertertianer Nauheim, die übrigen Klassen ver- schiedene Punkte des Taunus..

5. Die schriftlichen Arbeiten der Reifeprüfung wurden von den zwölf Ober- primanern in der Zeit vom 1.5. Februar angefertigt. Die mündliche Prüfung fand am