Jahrgang 
1903
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Januar 1903 an betraut worden war, übernahm im Januar für Herrn von Meister die Stelle des Vertreters des Königlichen Kompatronates im Kuratorium.

3. Unter den Feierlichkeiten, an denen Lehrer und Schüler unserer Anstalt, teilnahmen, ist an erster Stelle die feierliche Enthüllung des Denkmals der Hochseligen Kaiserin Friedrich zu erwähnen, die am 19. August 1902 in Gegenwart der Kaiser- lichen Majestäten vollzogen wurde. Der Gymnasiasten-Chor hatte die hohe Ehre, nachdem die Hülle gefallen war, unter Leitung des Herrn Schildhauer zwei Verse eines von dem Unterzeichneten verfassten Liedes nach der Komposition von F. R. Fischer vor- zutragen; sie lauteten:

Der Wehmut Klänge schweben Wir nennen, hohe Fürstin, Um dieses Marmorbild, Mit Stolz die Unsre Dich, Auf das der Strahl der Sonne Warm schlagen Dir am Taunus Jetz golden niederquillt. Die Herzen ewiglich. Zu früh, zu früh nur eiltest Du Dein Geist umschwebt das schöne Land, Von uns hinweg zur Himmelsruh'. Das Deine Huld so reich empfand.

Es war uns dadurch auch Gelegenheit geboten, die pietätvollen Worte zu hören, ..... C3 f ii die S. Majestät der Kaiser und König, vor dem eben enthüllten Marmorbilde

stehend, seiner hochverehrten Mutter widmete.

Auch an der Feier zur Enthüllung des Denkmals des Kaisers Friedrich in Cronberg konnten manche von uns teilnehmen, da S. Majestät geruht hatte zu befehlen, dass der Unterricht am 20. August ausfallen solle.

Die Sedanfeier wurde im kleinen Tannenwald mit Gesängen, turnerischen Vor- führungen und Spielen begangen. In einer Ansprache wies der Direktor darauf hin, welche Pflichten dem jüngeren Geschlechte im Hinblicke auf die gewaltigen Opfer, welche die Errichtung des deutschen Reiches gekostet hat, erwüchsen. Am Geburtstage Sr. Majestät, des Kaisers und Königs hielt Herr Lehrer Hoffmann die Festrede und schilderte darin die hohen Verdienste des grossen Kurfürsten, des ruhmvollen Ahnherrn unseres Kaisers und Königs, um die Entwickelung des brandenburgisch-preussischen Staates. Die Er- innerungsfeiern wurden in hergebrachter Weise in den Klassen begangen.

4. Die Schülerausflüge wurden am 3. Juni unternommen. Die Primaner und die Obersekundaner fuhren nach Marburg. Dort wurden am Vormittag das Schloss mit. seinem höchst interessanten Archiv, darauf die Elisabethen-Kirche besichtigt, am Nachmit- tag wurde nach Spiegels Lust marschiert. Die übrigen Klassen besuchten den Niederwald, Eppstein, Nauheim und verschiedene Punkte im Taunus.

5. Eine Revision des Zeichenunterrichtes nahm am 12. August Herr Professor C. Jung aus Berlin vor. Er liess die Schüler verschiedener Klassen Gegenstände aus dem Kopfe zeichnen und Versuche im Treffen von Farben machen. Darauf machte er An- gaben über die Methode des Unterrichts im Zeichnen und Malen und wies auf einige im Zeichensaal vorzunehmende Anderungen hin. Es wurden, seinen Forderungen entsprechend, die Zeichentische um 10 cm. verbreitert, Quervorhänge, die sich von der Aussenwand nach der Mitte des Saales ziehen lassen, an der Decke angebracht und einige andere Einrich- tungen getroffen.

Zur Reifeprüfung wurden im Januar unsere fünf Oberprimaner angemeldet und zugelassen. Ausserdem wurden uns durch Verfügung des Königlichen Provinzial-Schul- kollegiums vier Nichtschüler zur Prüfung überwiesen, Die für die schriftliche Prüfung