— 17—
Die Pfingstferien dauerten vom 28. Mai bis 1. Juni.
Am 16. und 17. Juni nahm Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer eine Revision der Realschule wie der Progymnasialklassen vor. 3
Die Sommerferien dauerten vom 3. bis 30. Juli.
Da Herr Dr. Spranck für die Monate August und September zu militärischen Uebungen einberufen war, mussten dessen Unterrichtsstunden während der Zeit vikariert werden. Die meisten Stunden übernahm IIerr Hülfslehrer Eckardt gegen eine Remuneration von 200 M.
Am Sedanstag, 2. September, nahmen vormittags die Schüler unter Begleitung sämt- licher Lehrer am Festgottesdienst Anteil. Die Nachmittagsfeier musste der ungünstigen Wit- terung wegen in der grossen Halle des Herrn Messerschmitt abgehalten werden. Die Fest- rede übernahm Herr Dr. Proescholdt. Den Schluss der Feier bildete ein Festzug nach dem Kriegerdenkmal. Auch dort wurde, nachdem der Festredner tief ergreifende Worte an die Jugend gerichtet hatte, unserem allgeliebten Kaiser ein Hoch! ausgebracht und die National- hymne gesungen..
Am 13. September wurden diejenigen Schüler, welche das 14. Jahr erreicht, von Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Deetz revaccinirt.
Am 16. September unternahmen sämtliche Schüler mit ihren Lehrern eine Ver- gnügungstour nach verschiedenen Orten: die Prima nach Alt- und Neuweilnau, die Secunda, Tertia und Quarta nach dem Winterstein bei Rossbach, die Quinta auf den Feldberg, die Sexta mit der Vorbereitungsklasse nach der Saalburg und dem Heraberg.
Am 19. September meldete sich Herr Dr. Spranck zum Dienste; er konnte jedoch nicht eintreten, weil seine Kinder an der Diphtheritis erkrankt waren.
Durch Schreiben vom 23. September 1887 überwies der Verwaltungsrat der hies. Sparkasse der Anstalt ein Geschenk von 300 M zur Anschaffung von wissenschaft- lichen Hülfsmitteln. Gebührenden, besten Dank den gütigen Gebern!!
Die Herbstferien dauerten vom 25. September bis 8. October 1887.
Am 18. November erkrankte Herr Dr. Proescholdt, und es mussten dessen Unter- richtsstunden bis zum 22 ej. m vikariert werden.
Am 15. December erkrankte der Direktor, und auch seine Unterrichtsstunden wurden von da bis zum 21. ej. m. vikariert.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. December 1887 mittags bis zum 7. Januar 1888.
Am 24. Januar besuchte Herr Provinzial-Schulrat Dr. Lahmeyer, welcher mit den Lokalbehörden zu verhandeln hatte, die Anstalt abermals. Er wohnte in einigen Klassen dem Unterricht bei und erteilte in einer zweistündigen Conferenz schätzbare Ratschläge zur Förderung der Erziehung der Schuljugend, wobei er nicht unerwähnt liess, dass die ausgesprochene Ausweisung von 3 Schülern, die sich sehr ungebührlich betragen hatten, durchaus zu billigen gewesen sei, wenn ihr nicht ein§ der noch zurechtbestehenden alten Homburger Schulordnung entgegen gestanden hätte. Durch die oben Nr. 11 mitgeteilte Verfügung der hohen Behörde vom 27. Januar a. c. ist nunmehr die bei jener Gelegenheit fühlbar gewordene Lücke aus- gefüllt, und sind die Strafbestimmungen, einer höheren Schule angemessen, erweitert worden.
Während noch am 22. März 1887 der Geburtstag Sr. Majestät unseres Hochehr- würdigen Kaisers Wilhelm in üblicher Weise gefeiert ward, erscholl in diesem Jahre wenige Tage vor erwähntem allgemeinüblichen Festtage die traurige Nachricht von dem Ilinscheiden desselben. Demgemäss nahmen Schüler wie Lehrer am 18. März an dem Trauergottesdienste in der Stadtkirche feierlichen Anteil. Am 22. März dagegen wurde durch Gebet, Choralgesang und Gedächtnissrede eine Erinnerungsfeier für den allgeliebten, verstorbenen Landesvater von der Anstalt im Saale des Stadthauses abgehalten.


