die Gestaltung der freien Arbeitsgemeinschaften und über Fragen der Schulordnung und des Schullebens ab. Der Aufforderung, sich aus dem Lehrerkollegium einen Berater zu wählen, kamen die Schüler nicht nach. Die Entwicklung der Schülerselbstverwaltung an der Anstalt scheint vor allem unter der Tatsache zu leiden, daß 40% der Schüler Fahrschüler sind und von den einheimischen Schülern ein Teil in räumlich getrennten, ein gewisses Eigenleben führenden Vororten wohnt. Schülervereine im eigentlichen Sinne bestanden nicht. Der Spiel⸗ nachmittag war aufgabenfrei. Im Verlauf des Schuljahres wurden 8 Wandertage abgehalten. Die rheinische Jahrtausendausstellung in Köln wurde von zwei Schülergruppen unter Führung des Direktors, der Studienräte Dr. Fenner und Dr. Schönwitz und des Musiklehrers Wilke in mehrtägiger Fahrt besucht. Während der Oktoberferien besuchte eine Gruppe von Primanern unter der Führung des Direktors und des Studienrates Dr. Schönwitz Limburg und baugeschicht⸗ lich wichtige Stellen des unteren Lahntales. Zwei Oberklassen weilten gemeinsam eine Woche lang mit den Studienräten Salomon und Dr. Ziemendorff in der Jugendherberge Kloster Eber⸗ bach, zwei aus verschiedenen Unterklassen zusammengesetzte Gruppen brachten zu Beginn der großen Ferien eine Woche lang in der Jugendherberge zu, die einen mit Studienassessor Oster in Kloster Eberbach, die andern mit Oberschullehrer Abel in Weilburg; die Kosten für Unterbringung und Verpflegung trug zum größten Teil das Jugendamt der Stadt. Unter Leitung des Studienrats Dr. Römer bestand eine Schülerruderriege, die dem hiesigen Ruder-⸗ Klub„Nassovia“ angegliedert war und an der im Sommerhalbjahr durchschnittlich 12 Schüler der Oberklassen und Untersekunden teilnahmen. Bei günstigem Wetter besuchten die Spiel⸗ abteilungen das städtische Strandbad, dessen Einrichtungen jedoch zu einem planmäßigen Schwimmunterricht noch nicht ausreichten. 12 Schüler der mittleren und oberen Klassen wurden bei der hiesigen„Schwimmvereinigung“ unterrichtet und schwammen sich frei. Im Winterhalbjahr bestand eine besondere Turnriege für gute Turner, die in dem gemieteten Turnraum des katholischen Vereinshauses unter Leitung von Oberschullehrer Abel übte; durchschnittlich nahmen 12 Schüler daran teil. Der Schularzt nahm in den unteren und mittleren Klassen eine Gesundheitsbesichtigung vor. Der Gesundheitszustand der Schülerschaft war gut; nur eine Klasse mußte wegen gehäufter Grippenfälle zwei Tage geschlossen werden. Der Stadt⸗Schulzahnarzt nahm 118 unentgeltliche Behandlungen an Schülern der Anstalt vor.
i. Das Schulgeld
betrug für einheimische Schüler monatlich 10 R.⸗M., für auswärtige 12.50 R.⸗M. Auf Kosten der Stadt waren 62 Schüler von der Zahlung des Schulgeldes ganz, 9 zur Hälfte befreit. Außerdem trug der Kreis Höchst die Kosten des Schulgeldes für 6 Schüler ganz, für 8 Schüler zur Hälfte, für 2 zum vierten Teil.
Aus der im vorigen Berichtsjahre errichteten Erziehungs⸗ und Studienbeihilfe der Stadt Höchst a. M. erhielt 1 Schüler der Anstalt eine Erziehungsbeihilfe von 300 R.⸗M., ein Abi⸗ turient eine Studienbeihilfe von 1200 R.-M., zwei Abiturienten eine solche von je 600 R.⸗M.
Die Hilfsbücherei wurde aus städtischen Mitteln um 137 Bücher, durch Verlegergaben um 72 Bücher vermehrt. Abgehende Schüler schenkten etwa 12 Bücher. 20 Schüler wurden mit sämtlichen Schulbüchern ausgestattet, etwa 25 mit den meisten Büchern, etwa 30 mit Ausgaben von Schulschriftstellern. Die Hilfsbücherei wurde von Studienrat Dr. Helfenbein verwaltet.


