Jahrgang 
1914
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lI. Verfügungen der vorgesetzten Behörden. 1913.

Berlin, 14. März. Die Schüler sollen während des letzten Schuljahres auf geeignete Jugendvereinigungen aufmerksam gemacht werden.

Cassel, 14. April. Auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers soll den Schülern der oberen Klassen Gelegenheit gegeben werden, die Schanzarbeiten auf der Saalburg anzusehen.

Cassel, 23. April(Berlin, 5. März). Es soll Rücksicht genommen werden auf jüdische Schüler, die am Sonnabend nicht schreiben.

Berlin, 30 April. Abiturienten, die als Fahnenjunker angenommen sind, sind un- mittelbar nach Abschluß der mündlichen Prüfung zu entlassen, und es ist ihnen eine Be- scheinigung über die bestandene Reifeprüfung auszustellen.

Berlin, 8. August. Der Erlaß betr. Belehrung der Schüler über die Gefahren der Annäherung an Kraftfahrzeuge wird in Prinnerung gebracht.

Berlin, 5. September. Das Abwärtsrutschen an den Kletterstangen oder Kletter- tauen ist nicht zu dulden.

Cassel, 8. Oktober(Berlin, 26. September). Am 18. Oktober soll zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig eine Schulfeier veranstaltet und der Unterricht ausgesetzt werden.

Cassel, 27. Dezember(Berlin, 5. Dezember). Schaustellungen, mit denen eine Gefährdung der Schüler verbunden ist, dürfen in Schulen unter keinen Umständen zugelassen werden.

1914. Cassel, 15. Januar. Ferien-Ordnung für das Schuljahr 1914/15(s. u.).

III. Chronik der Anstalt.

Die Aufnahmeprüfung fand für die für Sexta angemeldeten Schüler am 18. März, für die übrigen am 3. April statt. Aufgenommen wurden 21 Schüler und 16 aus der Vorschule, in die Realschule 29 Schüler und 17 aus der Vorschule, in die Vorschule 30 Schüler.

Die Eröffnung des Schuljahres erfolgte am 4. April in der üblichen Weise.

Das Lehrerkollegium erfuhr keine Veränderung; nur wurde dem bisherigen wissenschaftlichen Hilfslehrer Herrn Wilhelm Fahrenholz die neu errichtete Oberlehrerstelle übertragen. Dieser berichtet über seinen Lebenslauf folgendes:

Oberlebhrer Wilhelm Fahrenholz wurde am 15. August 1885 zu Kassel geboren. Er erhielt seine Schulbildung an der Oberrealschule l seiner Vaterstadt und studierte dann von Ostern 1904 bis Ostern 1909 an den Universitäten Marburg, Berlin, München und Jena Neuere Sprachen und Erdkunde. Am 7. März 1910 be- stand er vor der Prüfungskommission in Jena die Prüfung für das höhere Lehramt. Das Seminarjahr leistete er von Michaelis 1910 bis Michaelis 1911 an dem mit dem Königl. Provinzialschulkollegium zu Kassel verbundenen Pädagogischen Seminar und am dortigen Realgymnasium ab. Michaelis 1911 wurde er zur Ableistung des Probejahres dem Realprogymnasium zu Hofgeismar überwiesen, wo er gleichzeitig als wissenschaftlicher Hiilfs- lehrer voll beschäftigt war. Ostern 1912 verließ er diese Anstalt, um die neu geschaffene Hilfslehrerstelle am Gymnasium nebst Realschule zu Höchst am Main zu verwalten. Am 2. Dezember 1913 bestand er in Jena eine Erweiterungsprüfung in der Religionslehre.