Jahrgang 
1908
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Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dezember bis zum 6. Januar(einschl.).

Am 16. und 24. Januar, sowic am 6. Februar wurde der Nachmittagsunterricht für den Eislauf freigegeben.

Am 27. Januar beging die Anstalt unter zahlreicher Beteiligung der Behörden, sowie der Eltern der Schüler in herkömmlicher Weise die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs, um deren Verschönerung sich wieder das unter der Leitung des Vor- schullehrers Linder stehende Schülerorchester verdient machte. Die Festrede hielt der unterzeichnete Direktor über„dic soziale Frage im Lichte der griechischen Philosophic“. Das auf Befehl Sr. Majestät des Kaisers und Königs der Anstalt verliehene Werk von Wislicenus „Deutschlands Scemacht“ wurdo dem Unterprimaner Schuhmacher, das von dem Herrn Minister der geistl. usw. Angelegenheiten überwiesene Exemplar des von Dr. W. Scheel herausgegebenen„Kolonialen Lesebuches“ dem Schüler der ersten Realschulklasse Dichmann vom Direktor überreicht.

Die schriftliche Reifeprüfung fand statt vom 7. bis zum 12. Februar; es unter- zogen sich derselben 8 Schüler. Die mündliche Prüfung wurde am 12. März vormittags unter dem Vorsitz des Herrn Ober- und Geh. Regierungsrats Dr. Pachler und in Gegenwart des Herrn Bürgermeisters Palleske als Vertreters des Kuratoriums, nachmittags unter dem Vorsitz des mit den Geschäften des Königl. Kommissars beauftragten Dircktors abgehalten. Sämtlichen 8 Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

Die Schlußprüfung an der Realschule, die am 31. März unter dem Vorsitz des Direktors stattfand, bestanden 13 Schüler der ersten Klasse.

Gegen Ende des Schuljahres wurde von den städtischen Kollegien beschlossen, zwei an das Gymnasialgrundstück anstoßende Grundstücke nebst dem darauf stehenden Wohnhause anzukaufen, letzteres dem Direktor als Dienstwohnung zu überweisen und einen Teil des angekauften Arcals zum Neubau der Turnhalle und einer Aula zu verwenden, wodurch nicht nur dem schon lange vorhandenen Bedürfnis einer der Größe der Anstalt entsprechenden Aula abgeholfen, sondern auch durch Teilung der alten Aula Raum gewonnen und zugleich eine bedeutende Vergrößerung des Schulhofes herbeigeführt wird. Die städtischen Kollegien haben durch diese Beschlüsse aufs neue ihr reges Interessc an dem Gedeihen unscrer Anstalt in hervorragendem Maße bestätigt, und es ist mir ein Bedürfnis, ihnen auch an dieser Stelle den aufrichtigsten Dank der Anstalt auszusprechen.

Der Gesundheitszustand unter den Lehrern und Schülern ließ besonders im Winterhalbjahr manches zu wünschen übrig. Mehrere Lehrer mußten wegen vorübergehender Erkrankung ihren Unterricht auf kurze Zeit unterbrechen. Unter den Schülern mußten namentlich in den Vorschulklassen viele wegen Masern dem Unterricht fernbleiben.