Jahrgang 
1908
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Am 17. Mai wohnte der Direktor als Vertreter des Lehrerkollegiums der 50 jährigen Jubelfeier der Oberrealschule in Wiesbaden bei.

Die Pfingstferien dauerten vom 18. bis zum 27. Mai.

Am 21. und 28. Juni mußte der Unterricht wegen zu großer Hitze am Nachmittag ausgesetzt werden..

Durch das anerkennenswerte Entgegenkommen des Ruderklubs Nassovia wurde die Anstalt in den Stand gesetzt, den Schülern der oberen Klassen die Erlernung und Ausübung sportgemäßen Ruderns unter sachkundiger Leitung und Beaufsichtigung zu ermöglichen. Es wurde zu diesem Zwecke eine Schülerabteilung des genannten Ruderklubs crrichtet, deren Satzungen in gemeinsamer Beratung des Vorstandes und des unterzeichneten Direktors fest- gestellt wurden. 12 Schüler der oberen Klassen traten der Abteilung bei; die Ruderübungen begannen am 10. Juli. Es ist mir eine angenehme Pflicht, dem Ruderklub Nassovia auch an dieser Stelle für sein freundliches Entgegenkommen den Dank der Anstalt auszusprechen.

Vom 15. bis zum 20. Juli nahm Professor Martin an einem von der Königl. Bayerischen Regierung veranstalteten archäologischen Kursus in München teil.

Die Sommerferien dauerten vom 20. Juli bis zum 19. August.

Die schriftliche Reifeprüfung fand am 23. und 24. und vom 26. bis zum 28. August statt; die mündliche Prüfung wurde am 17. September unter dem Vorsitz des mit den Ge- schäften des Königl. Kommissars beauftragten Direktors und in Gegenwart des Herrn Bürger- meisters Palleske als Vertreters des Kuratoriums abgehalten. 2 Oberprimaner bestanden die Prüfung.

Die Erinnerung an den Tag von Sedan wurde am 2. September durch einen Festakt gefeiert, wobei der Oberprimaner Schmidt cinen Vortrag über Kaiser Wilhelm I. hielt.

Am 27. September nahm der Direktor als Vertreter des Lehrerkollegiums an der Feier des 300 jährigen Bestehens des Königl. Gymnasiums zu Hanau teil.

Die Herbstferien währten vom 6. bis zum 16. Oktober. Am ersten Ferientage ver- schied nach langem Leiden der Pedell des Gymnasiums, Karl Prenzel. Die Anstalt verlor an ihm einen gewissenhaften, zuverlässigen Beamten, der sich durch seine Pflichttreue die Wert- schätzung des Lehrerkollegiums erworben hatte. Das Lchrerkollegium, sowio die während der Ferien in Höchst anwesenden Schüler geleiteten ihn zur letzten Ruhestättc.

Das Winterhalbjahr begann am 17. Oktober mit der Aufnahmeprüfung. Neu aufge- nommen wurden in das Gymnasium 4, in die Realschule 2 und in die Vorschule 5 Schüler. In das Lehrerkollegium traten an demselben Tage neu ein die Oberlehrer Schlegel und Wessel, ersterer an Stelle des verstorbenen Prof. Dr. Lohberg, letzterer an Stelle des nach Wiesbaden versetzten Oberlehrers Dr. Schnaus; sie wurden durch den Direktor in ihr Amt eingeführt..

Viktor Schlegel, geb. am 7. September 1871 zu Waren in Mecklenburg-Schwerin, evangelischer Konfession, erhielt Ostern 1891 das Reifezeugnis am Gymnasium zu Hagen in Westfalen. Er studierte in München und Berlin Mathematik und Naturwissenschaften und legte in Berlin im Herbst 1897 die Prüfung fürdas höhere Lehramt ab. Zur Ableistung des Seminarjahres wurde er dem Gymnasium in Weilburg a. d. Lahn und zur Ableistung des Probejahres dem Gymnasium und Realgymnasium in

Hagen in Westfalen überwiesen. Von Herbst 1800 1904 wirkte er als Oberlehrer an der deutschen Realschule in Konstantinopel und von Herbst 1904- 1907 am Gymnasium in Wattenscheid in Westfalen.

Wilhelm Wessel, geb. den 12. April 1880 zu Oedelsheim a. d. Weser, Kreis Hofgeismar, evangelischer Konfession, besuchte das Fürstliche Landesgymnasium zu Corbach in Waldeck und bestand dort Ostern 1809 die Reifeprüfung. Er studierte neuere Sprachen in Marburg und Berlin und

war im Sommersemester 1903 als Répétiteur étranger an dem Lycée in Bourges tätig. Die Prüfung für das höhere Lehramt bestand er am 4. November 19004. Zur Ableistung seines Seminarjahres wurde er dem Gymnasium in Fulda überwiesen. Ostern 1905 wurde er an dem Realgymnasium in Wiesbaden mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle beauftragt. Vom 1. Oktober 1905 bis 30. September 1906 genügte er seiner Dienstpflicht bei dem Inf.-Regt. No. 167 in Cassel. Vom Herbst 1906 verwaltete er wieder eine Oberlehrerstelle am Realgymnasium in Wiesbaden und leistete hier zugleich sein Probejahr ab. Am 1. Oktober 1907 wurde er als Oberlehrer am Gymnasium und der Realschule zu Höchst a. Main angestellt.

Vom. 14. bis zum 26. Oktober nahm Oberlehrer Rüssel teil an einem von der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M. veranstalteten englischen Fortbildungskursus für Lehrer höherer Schulen.