Jahrgang 
1905
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schon am 1. Dezember die Nachricht von der Allerhöchsten Bestätigung seiner Wahl er- halten hatte, wurde er am 7. Januar durch den Herrn Ober- und Geheimen Regierungsrat Dr. Pähler als Vertreter des Königl. Provinzial-Schulkollegiums zu Cassel in feierlicher Weise in sein Amt eingeführt. Nach einleitendem Chorgesang ergriff Herr Oberregierungsrat Pähler das Wort, um zunächst der Verdienste des aus seinem hiesigen Amte geschiedenen und an das Gymnasium nebst Realschule in Solingen berufenen Direktors Dr. Lange zu gedenken und sodann den neuen Direktor auf die Pflichten seines Amtes hinzuweisen und ihm die Bestallungsurkunde nebst dem Allerhöchsten Bestätigungs-Patent zu überreichen. Nachdem dann Herr Bürgermeister Palleske im Namen des Kuratoriums und Herr Professor Brötz im Namen des Lehrerkollegiums Worte der Begrüßung an den Direktor gerichtet hatten, hielt dieser seine Antrittsrede, worin er sich über seine Auffassung von der Aufgabe der höheren Schule und über die Grundsätze aussprach, nach denen er sein Amt zu führen gedenke. Gesang schloß die Feier.

Philipp Karl Hafner, geboren am 8. Januar 1854 zu Schlüchtern in Kurhessen, besuchte das Progymnasium seiner Vaterstadt und von 1867 1872 das Gymnasium zu Hanau; sodann studierte er zu Marburg Philologie und Geschichte und bestand vor der dortigen Wissenschaftlichen Prüfungs- kommission am 1. Dezember 1876 die Prüfung pro fac. doc. Dem Königl. Gymnasium zu Hersfeld zur Ableistung des Probejahres überwiesen, wurde er Herbst 1878 daselbst Wissenschaftlicher Hilfslehrer, im April 1870 ordentlicher Lehrer, und im Juni 1806 erhielt er den Charakter als Professor. Am 1. Dezember 1904 trat er sein Amt als Direktor des Gymnasiums nebst Realschule in Höchst a. M. an. Im Druck sind von ihm erschienen außeer kleineren Abhandlungen: 1)Die Reichsabtei Hersfeld bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts. Hersfeld 1886. 2)Geschichte des Gymnasiums zu Hersfeld von 1817 bis 1876. Hersfeld 1904.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 6. Januar.

Am 27. Januar beging die Anstalt in herkömmlicher Weise die Feier des Geburts- tages Sr. Majestät des Kaisers und Königs, wobei Oberlehrer Jung die Festrede über Kaiser Wilhelm II. hielt.

Mehrere Nachmittage wurden zum Schlittschuhlaufen freigegeben.

Die schriftliche Reifeprüfung der Oberprimaner fand vom 9. bis 15. Februar statt; die mündliche wurde am 8. und 9. März abgehalten und zwar am 8. März unter dem Vorsitz des Herrn Ober- und Geh. Regierungsrates Dr. Paehler und in Gegenwart des Herrn Bürger- meisters Palleske als Vertreters des Kuratoriums, am 9. März unter dem Vorsitz des mit der Vertretung des Königlichen Kommissars beauftragten Direktors. 8 Oberprimaner erhielten das Zeugnis der Reife.

Die Entlassung der Abiturienten durch den Direktor fand am 15. März statt.

Außer den oben erwähnten längeren Beurlaubungen waren mehrere vorübergehende kurze Vertretungen notwendig.

Zu Ostern d. J. wird uns Herr Oberlehrer A. Jung verlassen, um eine Oberlehrer- stelle in seiner Vaterstadt Frankfurt a. M. zu übernehmen. Unsere Anstalt, an der er 5 Jahre mit großer Berufsfreudigkeit gewirkt hat, verliert in ihm einen sehr tüchtigen, gewissenhaften Lehrer; nur ungern sieht ihn das Kollegium. dessen Wertschaätzaung er sich durch sein liebens- würdiges Wesen in hohem Maße erworben hatte, aus seiner Mitte scheiden.

(Abgeschlossen am 31. März.)