II. Realschule.
Prima.
Ordinarius: Oberlehrer Dr. Suchier.
1. Religionslehre. 2 St. zusammen mit II, G.
2. Deutsch. 3 St. Gedichte von Schiller, Uhland und den Dichtern der Freiheits- kriege. Schillers Lied von der Glocke, Jungfrau von Orleans und Wilhelm Tell. Lessings Minna von Barnhelm. Gedichte und ausgewählte Abschnitte aus grösseren Dichtungen gelernt. Praktische Anleitung zur Aufsatzbildung. Jeden Monat ein Aufsatz. Lina.
Aufsatzthemata: Warum ist Friedrich Wilhelm, der Grosse Kurfürst, der Begründer des branden- burg-preussischen Staates zu nennen? 2. Warum ist der Rhein der Lieblingsstrom der Deutschen?(Klassen- aufsatz) 3. Inwiefern haben Arndt, Körner, Schenkendorf und Rückert mit ihren patriotischen Gedichten einen Ehrenanteil an den deutschen Befreiungskriegen? 4. Bei welchen Anlässen ertönt die Glocke? (Klassenaufsatz.) 5. Welche Freuden und welchen Nutzen bringt eine Reise zu Fuss im Gebirge? 6. Was erfahren wir im Prologe der Schillerschen Tragödie„Die Jungfrau von Orleans“ über die Lage Frankreichs vor dem Auftreten Johannas? 7. Welche Ursachen liessen Preussen sich nach seinem Sturze in den Jahren 1806 und 1807 so schnell wieder erheben?(Klassenaufsatz.) 8. Die beiden ersten Siege Johannas, dar- gestellt nach S chillers„Jungfrau von Orleans“. 9. Johannas Schicksale nach der Krönung Karls VII. zu Reims, dargestellt nach Schillers„Jungfrau von Orleans“.
Aufsatz der Schlussprüfung: Friedrichs des Grossen landesväterliche Fürsorge.
3. Französisch: 5 St. Die Hauptlehren der Syntax nach Abschnitt 68—77 des Lehrbuches. Alle 8 Tage eine schriftliche Arbeit(teils häusliche, teils Klassenarbeiten, bisweilen ein Diktat und einzelne freie Arbeiten). Es wurde gelesen: Coppée, Ausgewählte Erzühlungen (Gundlach) und Gedichte aus der Sammlung von Gropp und Hausknecht. Einige Gedichte wurden gelernt. Sprechübungen im Anschluss an Gelesenes und Vorkommnisse des täglichen Lebens. Das Wichtigste aus der Metrik und und Synonymik wurde gelegentlich durch- genommen. Suchier.
4. Englisch. 4 St. Cap. 8— 12 des Lehrbuches. Alle 8 Tage eine Arbeit(häus- liche oder Klassenarbeit, bisweilen eine freie Arbeit oder ein Diktat). Es wurde gelesen: Stevenson,„Treasure Island“ und Chambers, English History; daneben Gedichte aus der Sammlung von Gropp und Hausknecht. Einige Gedichte wurden auswendig gelernt. Dabei wurde einiges aus der Metrik durchgenommen und die wichtigsten Synonyma gelernt.— Sprechübungen im Anschluss an Gelesenes und über Vorkommnisse des alltäglichen Lebens.
Suchier.
5. Geschichte und Erdkunde. 3 St. Deutsche und preussische Geschichte vom Jahre 1740 bis auf die neueste Zeit.— Wiederholung der Erdkunde Europas. Elementare mathematische Erdkunde. Müller.
6. Mathematik. 5 St. Das Wichtigste über Begriff und Anwendung des Logarith- mus nebst Uebungen im logarithmischen Rechnen. Quadratische Gleichungen.— Anfangs- gründe der Trigonometrie. Berechnungen des rechtwinkligen, gleichschenkligen und schief- winkligen Dreiecks. Die einfachen Körper nebst Berechnungen von Kantenlängen, Ober- flächen und Inhalten. Anleitung zum perspektivischen Zeichnen räumlicher Gebilde. An- wendungen der Algebra auf die Geometrie. Wiederholungen. Gerlach.
Aufgaben der Schlussprüfung: 1. Ein Rhombus mit der Seite a= 85 mm und der kleinen Diagonale d= 72 mm ratiert um die grössere Diagonale als Achse. Wie gross ist das Volumen des entstehenden Rotationskörpers? 2. Die Summe der beiden Katheten eines rechtwinkligen Dreiecks beträgt 23 cm, die Hypotenuse ist um 1 em grösser als das Doppelte der kleineren Kathete. Wie gross sind die Seiten des Dreiecks? 3. Die Spitze des Eiffelturmes zu Paris erscheint von einem Punkte A der durch seinen Fusspunkt gehenden wagerechten Ebene unter einem Elevationswinkel α= 20° 33* 22. Nachdem man sich dem TPurme um d= 400 m genähert hat, findet man den Elevationswinkel B= 36⁰° 52˙ 12%. Wie hoch ist der Turm?
7. Physik. 2 St. Magnetismus, Elektrizität, das Wichtigste aus der Optik und Akustik. Gerlach.


