Pfingsttagung in Kiel und mit den anderen Schulgruppen Hersfelds veranstaltete sie eine Sonnenwend- Feier auf dem Johannisberg bei Hersfeld und einen Bunten Abend, sowie monatliche Obleute⸗ versammlungen.
6. Die Spielnachmittage und Schulwanderungen wurden den Bestimmungen gemäß abgehalten. Dreimal führten uns Schülervorstellungen in das Staatliche Theater in Kassel, wir verbanden damit Besichtigung der Stadt und Museen. Ueber den Sportbetrieb ist unter„Turnen“ berichtet. Ruder- sport kann auf der Fulda wegen der Untiefen, des außerordentlich stark gewundenen Laufes und der vielen, kurz auf einander folgenden Wehre nicht ausgeübt werden.
7. Um die Gesundheit namentlich der Fahrschüler zu fördern, die nach Schulschluß noch längere Zeit auf ihren Zug warten müssen, ist auf Anregung von Studienrat Rudolph ein Milchverkauf eingerichtet. Die Schüler können gegen geringes Entgelt zum Frühstüdk warme Milch erhalten, wovon aber nur etwa 12% Gebrauch machen. Auch hier hat’ die Vereinigung ehemaliger Klosterschüler die Mittel für die erste Einrichtung in dankens werter Weise zur Verfügung gestellt. Ausgegeben wurden rd. 3800 Liter Milch.
8. Eine ereimnagſse ärztliche Ueberwachung der Schüler fand nicht statt.
11. Schulſgeld, Freistellen, Hilfsbücherei, Stiftungen.
Das Schulgeld beträgt jährlich 200 RM., die in Monatsraten zu zahlen sind. Eltern, die mehrere Kinder auf höhere Schulen oder Hochschulen schicken, haben Rnspruch auf gesetzliche Ermäßigung und zwar für das zweite Kind 25%, für das dritte 50%, für alle folgenden 100%. Xußerdem können Schulgeldbefreiungen und Erziehungsbeihilfen an würdige und bedürftige Schüler gewährt werden. Für soziale Zwecke stehen im ganzen 20% des Schulgeldaufkommens zur Verfügung. Die Zahl der Freistellen betrug im Sommer: 12 ganze, 43 halbe, 37 einviertel, im Winter: 12 ganze, 37 halbe, 30 einviertel. Gesetzliche Schulgeldermäßigung genossen im Sommer: 5 Schüler 100%, 22 Schüler 50%, 91 Schüler 25%, im Winter: 6 Schüler 100%, 22 Schüler 50%, 91 Schüler 25%.
Die Schülerhilfsbücherei ist gegründet im Jahre 1521, sie steht unter Leitung von Studienrat Fromme. Der Grund wurde gelegt durch Zusammenschluß der Eltern, die ein größeres Kapital für die ersten Büchereinkäufe zusammenbrachten, dadurch wurde es ermöglicht, den Eltern aus dem verarmten Mittelstande die Kosten für das Studium ihrer Söhne zu erleichtern. Gegen eine Eintrittsgebühr von 15 Mk. kann ein Schüler während seiner Gymnasialzeit sämtliche Schulbücher leihweise aus der Bücherei entnehmen. Miittellosen, begabten Schülern kann diese Vergünstigung auch ohne Eintrittsgeld gewährt werden. Seitdem Staatsmiftel zur Verfügung stehen, können wir weit⸗ gehend den minderbemittelten Schülern Hilfe leisten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Benutzer 220, denen rd. 3080 Bücher ausgehändigt sind.
Die an der Anstalt befindlichen Stiſtungen sind durch die Geldentwertung zu nichts geworden. Das gilt sowohl von der vom Begründer der Anstalt, Abt Michael, errichteten Freitischstiftung, als auch von den zahlreichen Stipendien, über die die Schule früher verfügte. UIm das Andenken an diese segensreichen Einrichtungen lebendig zu erhalten, werden sie in folgendem aufgeführt:
1. Das Molitorsche Benefizium, gestiftet 1571 von Abt Michael, es betrug jährlich 150 Ml. und war für die Nachkommen des ehem. Stiftpfarrers Molitor(Molter) bestimmt.
2. Das Schimmelpfengsche Benefizium, Familienstiftung errichtet 1672 von Konrektor G. Schimmelpfeng. Betrag 12,19 Mk.


