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9% verzinst werden muss. Wann wird diese Schuld getilgt sein, wenn am Schlusse eines jeden Jahres für Zinsen und Amortisation 35 000 M. aufgewendet werden?(Zinseszinsrechnung).
f. Der künstlerische und technische Unterricht. 1. Musikunterricht.
Nach den Bestimmungen der Lehrpläne werden die Klassen VI und V jede in zwei Abteilungen gesondert unterrichtet. Im grossen gemischten Chor waren die Schüler der IV— Ol vereinigt. Die Klassen Ol—Oll bildeten einen Männerchor, Olll—IV einen 3 bis 4 stimmigen Knabenchor. Der Uebungsstoff für beide Chöre bestand in Volksliedern aus vergangenen Jahrhunderten im polyphonen Satz. Ruch der neben dem grossen gemischten Chor eingerichtete kleine a-capella Chor pflegte vornehmlich das alte Volkslied und trat bei Schulfeierlichkeiten in Tätigkeit. Die nicht stimmbegabten Schüler wurden in 4 Abteilungen in je einer Wochenstunde in der Musiktheorie und Musikgeschichte unterrichtet, geeignete Stoffe aus dem wissenschaſtlichen Unterricht wurden in Beziehung zur Musik gesetzt und besprochen. Diese Abteilungen umfassten die Klassen Ol— Oll, UII, OIII, UIIl und IV. Die Schüler der Klassen OIll—Ol hörten im Kasseler Staatstheater Beethovens„Fidelio“ und Wagners„Meistersinger“, sie wurden vorher in diese Opern eingeführt. Der diesjährige 9. Haus- musikabend stand unter dem Leitgedanken„Nus der bunten Welt der Lieder und Geigen“. Das Programm bot eine Nuswahl aus dem reichen Schatz der Volkslieder vom 12. bis 19. Jahrhundert im polyphonen Satz für gemischten 3 stimmigen Männer⸗ und Knabenchor. Den Gesängen passte sich das Schülerorchester mit Sätzen aus der Vor-Bachschen Zeit und Volkstänzen an. Der Knaben- chor wirkte zweimal im Laufe des Jahres bei öffentlichen Aufführungen des Chorvereins mit, im März im Händelschen„Judas Maccabäus“ und im August in einem„Sing- und Spielabend“ in der Stiftsruine. In der wöchentlichen Instrumentalstunde wurden Stücke alter Meister und alte Volkstänze besprochen und geübt. Durch umterrichtliche Vorbereitung und nachherige Besprechung öffentlicher Konzerte und Oratorien⸗-Aufführungen, welche den Schülern gegen geringes Entgeld zugänglich waren, erfuhr die Schulmusikpflege eine wesentliche Erweiterung.
2. Zeichnen und Kunstunterricht.
Der Zeichen⸗ und Kunstunterricht wurde auch im verflossenen Jahre im Sinne der„Richtlinien“ erteilt. Die Auswahl der Nufgaben wurde teilweise im Anschluss an die übrigen Unterrichtsfächer getroffen, oder es wurde vornehmlich in der Mittel⸗ und Oberstufe aus dem Gedächtnis nach vor- heriger eingehender Beobachtung der Natur oder nach der Natur gezeichnet.
Als Darstellungsmittel wurde ausser Bleistift, Feder, Farbe, Linolschnitt besonders der Scheren- schnitt gewählt.
Kunstbetrachtungen wurden auf allen Stufen angestellt. Gelegentlich der Ausstellung„Das Land Waldedk“ fanden Führungen statt, durch welche die Schüler an Hand mittelalterlicher und moderner Originale in das Verständnis dieser Kunstwerke eingeführt wurden.
Kunstschrift wurde in fast allen Klassen geübt.
3. Turnen, Spiel, Schwimmen.
Im Turnunterricht wurde wieder wie in den vorigen Jahren im Sommerhalbjahr vorwiegend volkstümlſiches Turnen, Schwimmen und Turnspiele gepflegt, während im Winterhalbjahr mehr das


