Jahrgang 
1915
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Der Turnverein(Leiter Prof. Kühnemuth) hat auch in diesem jahre eine lobens- werte Tätigkeit enffaltet; ihm gehörten im Sommer 50, im Winter 54 Mitglieder an.

Turnspiele wurden bei günstigem Wetter einmal wöchentlich statt des Geräte- turnens auf dem Schulhofe oder auf dem Gymnasialspielplatze am Kurpark veranstaltet. Ein besonderer Spielnachmittag bestand nicht.

Das Jugendwandern und die Kriegsspiele fanden unter Leitung von Oberl. Klauer im ersten Vierteljahr rege Beteiligung bei Lehrern und Schülern.

Die gewohnte große Turnfahrt führte am 19. juni die Primaner und Sekundaner über Burg Hanstein nach Witzenhausen zur Besichtigung der Kolonialschule, dann werraabwärts bis Münden, wo übernachtet wurde. Am folgenden Tage ging es mit dem Dampfer auf der Weser nach Karlshafen, dann auf herrlicher Waldwanderung über Grebenstein nach Cassel, von wo die Rückfahrt mit der Bahn angetreten wurde. Das prachtvolle Wetter trug viel zum Gelingen der Fahrt bei, die bei allen Teilnehmern einen unauslöschlichen Eindruck hinterlassen hat.

Die Schüler der Klassen OIII- VI machten am 19. juni Fußwanderungen in die Umgegend von Hersfeld.

Mit den Schülern der OII veranstalteten die Proff. Klippert und Stamm einen geologischen Ausflug in das Richelsdorfer Gebirge.

Die Badeanstalt wurde eifrig benutzt. 94 Schüler genossen Schwimmunterricht, davon schwammen sich 54 frei.

Das Rudern wurde rege betrieben. Leider ist uns eines unserer Ruderbootfe vom Hochwasser entführt und an der Rechbergschen Schleuse zertrümmert worden. Ersatz konnte noch nicht beschafft werden.

b) Gesang. 7 Std. Die gesangfähigen Schüler waren in 5 Abteilungen ver- teilt. Die 1. Abteilung umfaßte Schüler der oberen Klassen, für sich ein Männerchor. Zur 2. Abteilung gehörten Schüler der mittleren und unteren Klassen, die als Sopran und Alt mit der ersten zusammen einen gemischten Chor bildeten. Als Uebungsstoff dienten mehrstimmige Lieder kirchlichen oder weltlichen Inhalts, Volks- und Vaterlands- lieder. In der dritten Abteilung, welche die Sextaner und Quintaner umfaßzt, wurden Noten und Pausen, Takt⸗ und Tonarten gelernt, Tonleiter⸗, Treff⸗ und Vorfragsübungen vorgenommen, ein- und zweistimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder eingeübt. Vom 19. August an fiel infolge der Einziehung von Herrn Fischer der Gesangunter- richt aus.

c) Zeichnen. Aus räumlichen Gründen waren anfangs die Ouarta und die OQuinta in je 2 Abteilungen geteilt. Am wahlfreien Zeichnen nahmen teil: in l: 2, in OII: 5, in UIla: 4, in UIIb: 5 Schüler. Seit Kriegsbeginn fiel der wahlfreie Zeichen- unterricht ganz aus, der andere wurde wesentlich eingeschränkt.