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bisher am Gymnasium zu Fulda. Bis dahin wird der Unterricht durch Mitglieder des Seminars erteilt.
Von Ende Januar ab mußte auch Herr Kandidat Möller zur Wiederherstellung seiner Gesundheit bis zum Ende des Schuljahres beurlaubt werden.
Gleich nach Beginn des Schuljahres verlor die Anstalt durch den Tod den schon seit einiger Zeit leidenden Untersekundaner Walter Kaul, einen Schüler, der durch Fleiß und gutes Betragen seinen Lehrern stets Freude gemacht hatte und zu den besten Hoffnungen berechtigte.— Von den besonders im Herbste ziemlich verbreiteten Krank- heiten Masern und Scharlach wurde auch eine Anzahl unserer Schüler ergriffen, doch dauerte die Wiederherstellung meist nur verhältnismäßig kurze Zeit. Im übrigen war der Gesundheitszustand unter Lehrern und Schülern befriedigend.
Unter Führung von sieben Lehrern unternahmen am 17. und 18. Juni 111 Schüler der Klassen I1— II2 eine Turnfahrt nach dem Thüringer Walde, die in allen Beziehungen gut verlief und alle Teilnehmer durchaus befriedigte.
Mit den Schülern der übrigen Klassen unternahmen die Klassenlehrer am 17. Juni Ausflüge in die Umgegend.
Die Erinnerungstage des 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. März wurden in ge- wohnter Weise begangen. Ebenso wurde die hundertste Wiederkehr des Todestages der Rönigin Luise am Schlusse des ersten Schulquartales durch einen Schulakt begangen; Herr Oberlehrer Dr. Klauer entwarf in seiner Festrede ein Lebensbild der Königin.
Am 21. März veranstaltete in der Turnhalle des Hersfelder Turnvereins der Schülerchor eine öffentliche Abendunterhaltung, deren musikalische und turnerische Dar- bietungen sich des vollsten Beifalles der zahlreich erschienenen Gäste zu erfreuen hatten.
Der Sedantag wurde in gewohnter Weise durch einen Schulakt gefeiert, bei dem der Oberprimaner Heinrich Sopp in einem Vortrage die Frage beantwortete: Warum feiern wir auch heute noch den Sedantag? Am Nachmittage fand dann ein Kriegsspiel in der Gegend zwischen Unterhaun und dem Obersberg statt, an dem sich die Schüler mit regem Eifer beteiligten, und das zu allgemeiner Zufriedenheit verlief.
Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs ward, wie üblich, durch einen Festakt gefeiert, bei dem gesangliche und musikalische Vorträge mit Deklamationen abwechselten. Die Festrede des Herrn Professors Stern handelte von dem Wesen des Patriotismus.
Die schriftliche Reifeprüfung des Herbsttermines fand vom 5.— 9. September, die mündliche unter Vorsitz des Direktors am 22. September statt; die schriftliche des Oster- termines vom 6. bis 10. Februar, die mündliche unter Vorsitz des Herrn Geheimen Regierungs- und Provinzial-Schulrats Dr. Kaiser am 10. und 11. März statt.
Noch sei an dieser Stelle der freundlichen Spenden gedacht, die anläßlich der Einweihung des neuen Gymnasialgebäudes von Frau Agnes dottlieb sowie durch Vermittlung des Herrn Fabrikdirektors Stuckhardt von einer Anzahl früherer Schüler unserer Stadt gestiftet und hauptsächlich zur Beschaffung von Prämien für Wettspiele verwendet wurden. Den Spendern sei auch hier noch bestens Dank gesagt.


