— 27—
Störungen. Zunächst dauerte die Beurlaubung des Herrn Lehrers Berge(vgl. vorigen Jahresbericht S. 30) weiterbis zum Schlusse des Sommerhalbjahres fort; ebenso die des Herrn Professors Stern(s. a. a. O.) bis Pfingsten, die des Herrn Professors Dr. Klippert, der kurz vor Ostern 1906 erkrankt war, bis zu den Sommerferien. Ferner dauerte die militärische Dienstleistung des Herrn Oberlehrers Reime(s. a. a. O.) noch bis zum 25. April, die des Herrn Oberlehrers Dr. Preime bis zum 10. Mai. Vom 24. bis 27. April war der Direktor durch seine Teilnahme am archäologischen Kursus zu Berlin dem Un- terrichte entzogen. Am 15. Mai aber wurde auch Herr Oberlehrer Dehnhardt zu einer achtwöchigen militärischen Dienstleistung einberufen, die ihn bis zu den Sommer- ferien der Schule fernhielt.
Wegen Erkrankung mußte Herr Professor Becker vom 9. bis 12. Mai, vom 27. Juni bis zu den Herbstferien, vom 5. Dezember bis Weihnachten und vom 15. Januar bis Ostern den Unterricht aussetzen. Außerdem waren der Schule durch Krankheit entzogen 9 Lehrer in 10 Fällen für insgesamt 36 Tage.
Durch alles dieses wurden wiederholte Verschiebungen in der Unterrichtsverteilung sowie zeitweise Zusammenlegungen von Klassen, auch gewisse Beschränkungen des Turnunterrichtes erforderlich. Zur Aushülfe war der Anstalt für das ganze Jahr der Kan- didat des höheren Schulamtes Herr Karl Ködding überwiesen, auch Herr Pfarrer Arend und Herr Volksschullehrer Fischer unterstützten uns in der Vertretung, jener von Ostern bis zu den Sommer-, dieser von Ostern bis zu den Herbstferien.
Bei den Schülern war der Gesundheitszustand im ganzen ein günstiger.
Unter dem 2. April 1906 wurde den Herren Professoren Schaaff, Wende, Stern und Wassermeier der Rang der Räte IV. Klasse verliehen. An Stelle des von hier versetzten Herrn Kuratus Schick trat am 1. Juni 1906 als katholischer Religionslohrer Herr Kuratus Bonaventura Goldbach.
Am 1. Oktober wurde Herr Lehrer Berge auf sein Ansuchen in den Ruhestand versetzt, nachdem er 45 Jahre im Schuldienst überhaupt, davon aber 28 Jahre im Dienste unserer Schule gestanden und nicht nur allezeit sich als ein gewissenhafter und zuver- lässiger Mitarbeiter bewiesen, sondern auch über das Maß der Pflicht hinaus seine Kraft der Pflege des Gesanges und des Turnspiels an unserem Gymnasium gewidmet hatte. In Anerkennung seiner langjährigen, treugeleisteten Dienste wurde ihm bei seinem Scheiden von Sr. Majestät dem Könige der Kronenorden 4. Klasse verliehen; die Schule selbst wirã ihm ein dankbares Gedächtnis bewahren.— An seine Stelle wurde der bis-
herige Volksschullehrer Herr Fischer berufen.
Alfred Fischer wurde am 18. Juli 1872 zu Carlshafen geboren. Er besuchte von 1889 bis 1892 das Königliche Lehrerseminar zu Homberg. Daselbst bestand er 1802 die erste, scodann 1895 am Königlichen Lehrer- seminar zu Schlüchtern die zweite Lehrerprüfung. 1896 und 1897 besuchte er das Köpigliche akademische Institut für Kirchenmusik in Berlin und erwarb sich dort die Befähigung zur Anstellung als Musiklehrer an höheren Lehr- anstalten. Nachdem er an der Volksschule in Vaake 18902— 1893, in Lichtenau von 1893—1896, in Gilfershausen von 1897— 1900, in Melsungen von 1900— 1901 und in Hersfeld 1901— 1906 gewirkt hatte, wurde er zum 1. Ok- tober 1906 als Lehrer am Gymnasium angestellt.
Am 22. Dezember wurde Herr Oberlehrer Dehnhardt zum Professor ernannt
und unter dem 21. Januar demselben der Rang der Räte IV. Klasse verliehen. 4*


