Jahrgang 
1899
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Springkasten verschiedener Größe, ein Klettergerüst mit 16 Stangen und ebensoviel Tauen, 4 Sturmspringel, 4 Paar Schaukelringe, auch für Schaukelreck eingerichtet, ein vierteiliger Rundlauf, Hanteln, hölzerne und eiserne Stäbe; b) auf dem Schulhofe: ein Klettergerüst mit 8 schrägen und 8 senkrechten eisernen Stangen, 4 senkrecht und schräg stellbaren Leitern und 2 Sprossenständern, ferner 4 Recke, an deren Stellein- richtung auch 4 Paar Schaukelringe oder-recke aufgehängt werden können, dann 4 hoch und niedrig, weit und eng stellbare eiserne Barren, Springstäbe und Gere samt Gerkopf. Der Ubungsstoff wurde neben dem amtlichen Leitfaden entnommen aus dem Merkbüchlein von Puritz, den Handbüchern von Frohberg und Heeger, der Anleitung von Maul und anderen. Neben den rein turnerischen kamen auch reigenartige UÜbungs- gruppen und Spiele zur UÜbung, und es wurden namentlich letztere nicht bloß in den plan- mäßigen Turnstunden, sondern bei günstigem Wetter auch in der freien Zeit auf dem Gymnasialhof und dem vor der Stadt gelegenen besonders hergerichteten Spielplatz ausge- führt. Die Aufsicht hierbei hatte ein Turnlehrer, die Leitung gewöhnlich einige Vorturner.

Zum Baden und Schwimmen wurde die oberhalb der Stadt gelegene Gymnasial- Badeanstalt bei günstigem Wetter täglich 5 Stunden von den Schülern benutzt und zwar in bestimmter Reihenfolge, so daß immer nur Schüler derselben Klasse zusammen baden durften. Die Aufsicht führten dabei Lehrer des Gymnasiums, den Schwimmunterricht erteilten besondere Schwimmlehrer. Es erhielten 69 Schüler Schwimmunterricht, von denen sich 24 freischwammen.

b) Gesang. 7 St. Alle Sänger waren in 5 Abteilungen geteilt. Die erste Abteilung war ein vierstimmiger Männerchor, der Schüler aus den oberen Klassen bis Untersekunda enthielt; die zweite Abteilung umschloß Schüler der mittleren und unteren Klassen bis IV und bildete als Sopran und Alt mit der ersten Abteilung einen großen gemischten Chor; zur dritten und vierten Abteilung gehörten Schüler von Prima bis Quarta, die entweder nicht ausreichend begabt oder nicht genügend vorbereitet waren für die ersten Abteilungen; und zur fünften Abteilung gehörten Quinta und Sexta. In den beiden oberen Abteilungen dienten als UÜbungsstoff mehrstimmige Choräle oder sonstige kirchliche Gesänge, Volks- oder Vaterlandslieder oder andere Kompositionen für Männer- oder gemischten Chor, die teils ohne Begleitung, teils mit Begleitung bei feierlichen Gelegenheiten und Schulfesten öffentlich vorgetragen wurden. In den drei andern Abteilungen wurde vorgenommen Notenlehre, Pausen, Takt- und Tonarten, Tonleiter-, Treff- und Vortrags- übungen, Choräle, Volks- und Vaterlandslieder und dergl. im Anschluß an die Gesang- schule von Schulz und das Liederbuch von Noak. Die vierte Abteilung unterrichtete Heinemann, die andern Berge.

c) Zeichnen. Für die Schüler der Gymnasialklassen von Untersekunda auf- wärts war ein nicht verbindlicher Zeichenunterricht in wöchentlich 2 Stunden eingerichtet. Ein Teil der Schüler arbeitete nach plastischen Ornamenten, der andere wurde geübt in der projektivischen Darstellung geometrischer Körper in verschiedenen Ansichten mit Schnitten und Abwickelungen. Es besuchten den Unterricht im Sommerhalbjahr 11, im Winterhalbjahr 10, im ganzen 12 Schüler. Lindow.