Jahrgang 
1897
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Am 17. März fand unter dem Vorsitz des Unterzeichneten die Reifeprüfung am Gymnasium statt. Allen Prüflingen wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt.

An der Jahrhundertfeier zu Ehren des Hochseligen Kaisers Wilhelm I. beteiligte sich das Gymnasium in folgender Weise.

Am Vorabend der Festtage führte die Gymnasiastenkapelle den Zapfenstreich aus.

Am Sonntag, dem 21. März begaben sich alle protestantischen Schüler in Beglei- tung ihrer Lehrer zur Kirche, um dem Festgottesdienst beizuwohnen.

Am Sonntag abend führten Schüler des Gymnasiums im Festsaale der Gesell- schaft Verein das FestspielWilhelm der Große von Dr. Drees, Musik von Dr. Krieges- kotten, auf. Die außerordentlich zahlreiche Zuhörerschaft spendete den jugendlichen Darstellern sehr lebhaften Beifall und verlangte stürmisch die Wiederholung der schönsten Szene, die das Lager bei Bar sur Aube darstellte. In der That kann man den Schülern die Anerkennung nicht versagen, daß sie sich für die Hingebung, mit welcher ihre Lehrer Professor Kraatz und Lehrer am Gymnasium Berge die Einübung des Festspiels zu leiten nicht müde wurden, durch großen Fleiß und verständnisvolles Eingehn in ihre Aufgabe dankbar erwiesen haben. Die Aufführung schloß mit dem von der ganzen, etwa 650 Personen zühlenden Versammlung gesungenen ChoralNun danket alle Gott.

Den Hauptfesttag, Montag den 22. März, leitete die Gymnasiastenkapelle durch die muntern Klänge des Weckrufs ein. Um 11 ò% Uhr fand in der Aula, die heute zum ersten Mal mit den Kolossalbüsten der drei Kaiser geschmückt war, vor einer über- aus zahlreichen Festversammlung die Hauptschulfeier statt. An die patriotischen Ge- sänge und Deklamationen, die nach dem Lebensgange Kaiser Wilhelms I. geordnet waren, schloß sich die Festrede des Professors Dr. Klippert an, in der mit warmen Worten auf die hohe Bedeutung des Festes hingewiesen wurde. Darauf verteilte der Unterzeichnete in höherem Auftrage an gute Schüler aus allen Klassen 30 Gedenkblätter, enthaltend den Faksimile-Druck einer von Kaiser Wilhelm im Jahre 1840 angefertigten Abschrift des Beckerschen RheinliedesSie sollen ihn nicht haben. Daran schloß sich dann die Entlassung der Abiturienten. Bei der gehobenen Stimmung, in der sich die ganze Festversammlung befand, gestaltete sich der Abschied der Jünglinge von der Anstalt besonders feierlich, und es ist nur zu wünschen, daß die Worte, mit denen ihr Lehrer Professor Dr. Klippert seine Festrede geschlossen hatte und die der Unterzeich- nete als besonders für die deutsche Jugend passend ihnen zu treuer Beachtung warm ans Herz legte, unauslöschlich in ihren Herzen haften werden. Es sind die Worte, mit denen einst Fürst Bismarck vor dem Deutschen Reichstage das Vermächtnis Kaiser Wilhelms an das Deutsche Volk bezeichnet hat:Heldenmütige Tapferkeit, hochgespann- tes nationales Ehrgefühl, rastlose Arbeitsamkeit im Dienste des Vaterlandes und treue Liebe zum Vaterland.

Am Abend desselben Tages nahmen die Gymnasiasten unter Führung ihrer Ka- pelle an dem allgemeinen Fackelzuge teil. Dieser ging von dem Hofe des in reichem Lichterschmucke strahlenden Gymnasiums aus und bewegte sich durch alle Hauptstraßen der reich illuminierten Stadt.

Am Dienstag ordnete sich das ganze Gymnasium, Lehrer und Schüler, mit fliegen-