Technischer Unterricht.
a) Turnen. 24 St. wöchentlich. Die turnenden Schüler waren in 8 Abteilungen geteilt, von denen jede 3 Stunden wöchentlich turnte. Zur 1. Abteilung gehörte l1 und 2; zur 2.: III; zur 3.: II2 gymn. und real.; zur 4.: IIII g; zur 5.: III2 g und III1 und 2 real.; zur 6.: IVa und b; zur 7.: V und zur 8.: VI. Bei allen Gesamtübungen waren die Turner nach der Größe, bei Gerät- und Gerüstübungen meist nach Größe und Leistung geordnet. Jede Abteilung zählte drei oder vier Riegen mit ebensoviel Vorturnern. Bei den Marsch- übungen fand militärische Einteilung statt. Durchgenommen wurden Frei-, Ordnungs-, Marsch-, Stab-, Hantel-, Gerät- und Gerüstübungen, die ersteren vorzugsweise in den unteren, die letzteren in den oberen Klassen. An Geräten wurden benutzt a) in der Turn- halle: 4 Reck, 3 Paar Freispringel, 5 Barren(3 stellbar), 5 Böcke, 4 stellbare Leitern, 4 Springpferde, 4 Springkasten, ein Klettergerüst mit 16 Stangen und Tauen, 2 Sturmspringel, 4 Schaukelreck(auch zu Schaukelringen eingerichtet), ein Rundlauf, eiserne und hölzerne Stäbe. b) auf dem Schulhof: ein Klettergerüst mit 8 geraden und 8 schrägen Stangen, 4 stellbaren Leitern und zwei Sprossenständern; sodann eine Reckeinrichtung mit 4 Reck- stangen(zugleich zu Schaukelringen verwendbar), vier eiserne Stellbarren, ein Schwebe-, ein Kletterbaum, Springstäbe und Gere samt Gerkopf. Die Gerät- und Gerüstübungen wurden von den Vorturnern in zwei Abteilungen vorher durchgeturnt und dabei der amt- liche Leitfaden und das Merkbüchlein von Puritz benutzt. Auch Reigen und Turnspiele kamen zur Einübung bezw. Wiederholung, wovon letztere nicht nur auf dem Schulhofe, sondern auch auf dem gepachteten Spielplatz vor der Stadt vorgenommen wurden. Vom Unterricht entbunden waren von 311 Schülern im Sommer 16, von 305 Schülern im Winter 12. Die ersten 5 Abteilungen unterrichtete Berge, die 6. und 7. Stern, die 8. Lindow.
b) Singen. 7 St. wöchentlich. Die Schüler bildeten fünf Gesangabteilungen. Die erste Abteilung war ein Männerchor, zu dem Schüler der oberen Klassen bis Unter- sekunda gehörten. Die zweite Abteilung enthielt Schüler der mittleren und unteren Klassen, die als Sopran und Alt mit der ersten Abteilung zusammen einen starken, gemischten Chor ausmachten. Zur dritten Abteilung zühlten die übrigen nicht befreiten Schüler der oberen, und zur 4. und 5. Abteilung diejenigen der mittleren und unteren Klassen, welche auf den Chorgesang vorbereitet wurden. In den 3 ersten Abteilungen kamen zur Ubung zwei- und mehrstimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, kleinere und größere Gesangwerke ver- schiedenen Inhalts für gemischten und Männerchor mit und ohne Begleitung eines Instru- ments, die Zz. T. öffentlich vorgetragen wurden, wie Zz. B. im vergangenen Winter die Ligeunerchöre von J. Becker, die Frühlingsbotschaft von N. Gade und dergl.; in der 4. und 5. Abteilung wurde vorgenommen Notenlesen, Pausen, Takt- und Tonarten, Vortragszeichen, Tonleiter- und Treffübungen, ein- und zweistimmige Volkslieder, Choräle u. s. w. Die 4 ersten Abteilungen unterrichtete in 5 Stunden Berge, die 5. in 2 Stunden Völker.


