— Gegenwart der Primaner und Sekundaner von dem Direktor mit einer Ansprache ent- lassen.
Am Schluß des Semesters schied der katholische Religionslehrer Kaplan Krämer aus seiner Stellung aus, um eine Stelle als Pfarrer in Allendorf Kr. Kirchhain anzutreten. Für die der Anstalt geleisteten Dienste sei ihm auch hier unser Dank ausgesprochen. An seine Stelle trat Kaplan Schlitt, bisher in Fulda.(Vgl. II, 9.)
Die Herbstferien dauerten vom 25. September bis zum 9. Oktober. Montag den 10. Oktober begann das Winterhalbjahr mit der Aufnahmeprüfung.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember bis zum 7. Januar.
Am 7. Januar wurde ein braver Schüler der Anstalt, der Quartaner Ernst Rückert durch den Tod von schweren Leiden befreit. Die Lehrer und Schüler geleiteten ihn zu Grabe.
Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde in hergebrachter Weise durch einen Schulaktus unter lebhafter Beteiligung des Publikums gefeiert. Die Festrede hielt Oberlehrer Cornelius.
Am Vorabend führte die Gymnasialkapelle einen Zapfenstreich aus, am Fest- morgen selhst ließ sie den Weckruf erklingen. Am Abend waren die Schüler der oberen Klassen mit einer Anzahl von Lehrern zu einem Festtrunk vereinigt, bei dem patriotische Ansprachen und kleine dramatische Aufführungen wechselten.
Am 27. Februar gaben Lehrer und Schüler dem Sohne des am Gymnasium be- schäftigten Elementarlehrers Völker das letzte Geleite. Alfred Völker war 9 Jahre lang Schüler unserer Anstalt gewesen und hatte das volle Vertrauen seiner Lehrer und die Liebe seiner Mitschüler besessen. Im Alter von 18 ⁄½ Jahren hatte er zu Ostern vorigen Jahres ehrenvoll die Reifeprüfung bestanden und war nun in wenigen Tagen ein Raub des Todes geworden.
Am 13. und 14. März fanden unter Vorsitz des Unterzeichneten, dem vom König- lichen Provinzial-Schulkollegium die Geschäfte des Königlichen Kommissars übertragen waren, die Reifeprüfungen statt. Am Gymnasium erhielten 19, am Realprogymnasium 6 Schüler das Zeugnis der Reife.
Die Gedenktage wurden in herkömmlicher Weise gefeiert. Am 15. Juni hielt Professor Schmidt, am 18. Oktober Dr. Heermann, am 9. März Oberlehrer Lic. Ortel und am 22. März Oberlehrer Kraatz Ansprachen.
Über die Gesundheitsverhältnisse der Lehrer und Schüler ist folgendes zu berichten:
Schon während der Osterferien erkrankte Professor Dr. Wachenfeld an einer schweren Augenkrankheit, die ihn nötigte auf lange Zeit Urlaub nachzusuchen. Er mußte das ganze Semester hindurch dem Unterricht fernbleiben.
Vom 12. bis zum 18. Mai mußte Gymnasiallehrer Winchenbach wegen Krankheit vertreten werden.
Ebenso der Gymnasial-Elementar- und Zeichenlehrer Lindow vom 30. Mai bis zum 20. Juni.


