Jahrgang 
1891
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Uber seinen bisherigen Lebensgang teilt Gymnasiallehrer Winchenbach folgendes mit:

Hermann Winchenbach, geboren am 26. Dezember 1848 zu Czersk in Westpreußen, besuchte das Realgymnasium zu Meseritz und das Gymnasium zu Bromberg. Ostern 1868 ging er, um alte Sprachen zu studieren, nach Berlin, wo er zugleich seiner Militärpflicht genügte. Aus dem Feldzuge gegen Frankreich zu- rückgekehrt, widmete er sich dann zu Göttingen dem Studium der Mathematik und Physik und legte daselbst am 29. Mai 1875 die Prüfung pro facultate docendi ab. Von Ostern 1875 bis Ostern 1877 war er am Dom- gymnasium zu Verden als Probekandidat und Hilfslehrer beschäftigt. Ostern 1877 wurde ihm eine ordentliche Lehrerstelle am Realprogymnasium zu Halberstadt übertragen, in welcher Stellung er bis Ostern 1886 verblieb. Nuchdem er im November 1887 eine Nachprüfung zu Göttingen bestanden hatte, wurde er Ostern 1890 zum ordentlichen Lehrer am Gymnasium zu Hersfeld ernannt..

Am 23. Mai besuchte Herr Geheime Regierungsrat und Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer die Anstalt und wohnte von 7 12 und von 2 4 Uhr dem Uuterricht besonders der jüngeren Lehrer bei.

Am 31. Mai wurde dem Oberprimaner Stahl die große bronzene Erinnerungs- Medaille(vgl. ob. II, 4) durch den Unterzeichneten überreicht.

Am 5. Juni nahm Herr Generalsuperintendent Dr. Lohr von dem Stande des Religionsunterrichts an der Anstalt Kenntnis, indem er in einer Anzahl von Klassen dem Religionsunterricht beiwohnte.

Am 1. Juli machten die Schüler der oberen und mittleren Klassen eine in allen Beziehungen wohlgelungene Turnfahrt auf den Meißner.

Die Sommerferien dauerten 4 Wochen vom 5. Juli an.

Am 27. und 28. August fand unter dem Vorsitz des Herrn Geheimerats und Pro- vinzialschulrats Dr. Lahmeyer die Entlassungsprüfung statt.

Am 2. September wurde in herkömmlicher Weise das Sedanfest gefeiert. Der Oberprimaner Craß sprach über das Thema:Die Kämpfe um Metz.

Mit dem Schluß des Sommersemesters, welcher am 27. September stattfand, ver- ließ uns Oberlehrer Mannss, um am Gymnasium zu Rinteln die Stelle eines etatsmäßigen Oberlehrers anzutreten. Nur mit großem Bedauern sahen wir ihn von uns scheiden. Er hat der Anstalt, an welcher er Ostern 1875 sein Probejahr antrat und zuletzt die Stelle des ersten ordentlichen Lehrers bekleidete, ohne Unterbrechung 15 ½ Jahre seine Dienste gewid- met und durch seine, von den schönsten Erfolgen begleitete treue Pflichterfüllung sich große Verdienste um dieselbe erworben. Die besten Wünsche seiner Kollegen, sowie seiner Schüler folgen ihm in seinen neuen Wirkungskreis.

Bei Beginn des Wintersemesters am 13. Oktober trat Kandidat Stern als wissen-. schaftlicher Hilfslehrer an der Anstalt ein. Uber seinen bisherigen Lebensgang teilt der-

selbe folgendes mit:

Heinrich Stern, geboren am 5. Mai 1861 zu Sachsenhausen, Reg.-Bez. Kassel, besuchte das Gymnasium zu Kassel, welches er Herbst 1880 mit dem Zeugnis der Reife verließ, um sich dem Studium der alten Sprachen, der alten Geschichte und der deutschen Sprache zu widmen. Er studierte in Leipzig und Marburg, woselbst er im