Jahrgang 
1927
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Das Schuljahr 1926/27

ſtand ganz im Zeichen der Umſtellung des geſamten Unterrichtsbetriebs auf die neuen Lehrpläne.) Für alle Schüler verbindlich wurden in der Woche zwei Stunden Bewegungsſpiele neu eingeführt. Die Durchführung des Spielbetriebs zur körperlichen Ertüchtigung der Jugend begegnete mancherlei Schwierig⸗ keiten, da der Schule ein eigner Sportplatz nicht zur Verfügung ſteht. Wahlfreier Unterricht in der philoſophiſchen Propaedeutik wurde in Unter⸗ und Oberprima eingerichtet. Wahlfreie Schülerübungen wurden auf der Oberſtufe ermöglicht:

für die Schüler der Oberprima in der Chemie

Unterprima Biologie

Oberſekunda u. Unterprima in der Phyſik.

In den Mittelklaſſen waren wahlfreie Kurſe in der Kurzſchrift mit je einer Wochenſtunde eingerichtet: in Untertertia, Obertertia und Unterſekunda, während freiwillige Schüler und Schülerinnen der Unter⸗ und Obertertia den Werkunterricht beſuchten. Die Schülerübungen ſollen weiter ausgebaut werden, ſobald es die techniſchen Einrichtungen der Schule ermöglichen.

Auf Grund der neuen Beſtimmungen über die Klaſſenſtärke mußte an Oſtern die Zahl der Klaſſen weiter von 14 auf 12 vermindert werden. Auf dieſe Weiſe wurde eine Lehrkraft frei. Der Studienaſſeſſor Müller wurde mit Wirkung vom 19. April 1926 abberufen, während der Studien⸗ aſſeſſor Dr. Menninger infolge von Erſparnismaßnahmen im Staatshaushalt vorläufig in Gruppe VII eingereiht wurde.

Das Schuljahr ſtand unter keinem glücklichen Stern. Während bei den Schülern der Ge⸗ ſundheitszuſtand im allgemeinen gut war, hatten wir im Lehrerkollegium öfter mit Vertretungen zu rechnen. Bis zu den Sommerferien mußte zunächſt Herr Benefiziat Kindhäuſer ſeinen Unterricht ausſetzen, ohne daß ein Vertreter beſchafft werden konnte.

Der Studienrat Ahlheim erkrankte kurz vor den Sommerferien und erhielt einen 12 wöchigen Urlaub bis zum 10. November.

Der vom 16. Auguſt ab mit der Vertretung betraute Studienaſſeſſor Dr. Düringer erkrankte kurz vor den Herbſtferien ebenfalls und wurde mit Wirkung vom 11. Oktober ab an die Aufbauſchule und das Gymnaſium in Bensheim verſetzt.

Vom 19. Oktober bis zum 10. November wurde uns für 12 Stunden wöchentlich zur Aus⸗ hilfe der Studienaſſeſſor Julius von der Aufbauſchule in Bensheim zur Verfügung geſtellt.

Er ſprang in gleicher Weiſe ein, als Herr Studienaſſeſſor Dr. Friedrich ll., der ſich ſeit den Sommerferien nicht wohl fühlte und wiederholt für kürzere Zeit hatte ausſetzen müſſen, um Ur⸗ laub für Dezember nachſuchen mußte.

Die Grippe zwang im Januar eine Reihe von Herren, vorübergehend ihren Unterricht auszuſetzen.

Ernſtlicher erkrankt war Studienrat Ahlheim. Er fehlte vom 8. Februar ab.

In tiefe Trauer wurde die Schule am 21. Juni durch das plötzliche Ableben unſeres lieben Amtsgenoſſen, des Herrn Studienrat Karl Naumann, oerſetzt. Lehrer und Schüler werden dem väterlichen Freunde der Jugend allezeit ein ehrendes Andenken bewahren.

Zu ſeinem Nachfolger wurde mit Wirkung vom 16. Auguſt ab der Studienaſſeſſor Chriſtian Rauſch, zuletzt an der Aufbauſchule in Friedberg, ernannt.

Am 15. Mai beſuchte der Studienrat Stein die Werkunterrichtstagung in Mainz.

Vom 11. Juli bis 22. Auguſt unternahm der Studienaſſeſſor Dr. Stumm eine Studien⸗ reiſe nach England. Zu dieſem Zwecke wurde ihm im Anſchluß an die Sommerferien ein Urlaub von 2 Wochen bewllligt.

Neben einem Schüler der Oberprima nahm der Studienaſſeſſor Dr. Menninger an der Reichstagung des Bühnenvolksbundes vom 11. bis 14. September in Mainz teil.

*) Darmſtadt 1925. Staatsverlag. 11