Jahrgang 
1913
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Auf sein Nachsuchen wurde unser langjähriger Pedell Michael jäger vom 1. Oktober ab in den Ruhestand versetzt unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. Mit der provisorischen Verwaltung seiner Stelle wurde der Militäranwärter jakob Reuschling beauftragt; am 1. Januar wurde er fest angestellt.

2. Vom Beginn der Pfingst- bis zum Schluss der Sommerferien(26. Mai 4. August) wurde Herr Professor Dr. Zilch zu einer wissenschaftlichen Reise nach England, vom 28. Okto- ber 9. November err Oberlehrer Schuchmann zur Teilnahme an dem ersten Führerkurs des Jungdeutschlandbundes in Berlin beurlaubt. In beiden Fällen wurde die Vertretung von den Herrn Kollegen übernommen.

3. Am 10. September beehrten die Herrn Geheimrat Süffert und Geheimer Oberschul- rat Block, die in Angelegenheiten der höheren Bürgerschule(Mädchenschule) hier weilten, auch unsere Anstalt mit ihrem Besuche und wohnten dem Unterricht des Herrn Lehramtsreferendar Roth in einer Klasse bei; am 16. November besichtigte dann Herr Geheimer Oberschulrat Block allein mehrere Klassen. Am 18. November prüfte Herr Bischof Dr. Kirstein die katholischen, am 2. Dezember Herr Rabbiner Dr. Marx die israelitischen Schüler in der Religion.

4. Die Allerhöchsten Geburtstage S. K. H. des Grossherzogs und S. M. des Kaisers wurden in der üblichen Weise gefeiert, wobei die Herrn Professor Schmitt und Zeichenlehrer Hecker die Festreden hielten, der letztere wirksam unterstützt durch zahlreiche Lichtbilder, die unter Leitung des Herrn Oberlehrer Schuchmann von einigen Schülern vorgeführt wurden.

5. Zur diesjährigen Reifeprüfung, die am 12. Februar unter dem Vorsitz des Herrn Geh. Oberschulrat Block ihren Abschluss fand, hatten sich 9 Oberprimaner eingefunden. Diese konnten alle für bestanden erklärt und mit dem Zeugnis der Reife entlassen werden. 3 von ihnen wurden dabei vollständig von der mündlichen Prüfung befreit, einer der Abiturienten hatte an dem wahl- freien Lateinunterricht teilgenommen. In der Woche vorher hielt auf Veranlassung der obersten Schulbehörde der Grossh. Kreisassistenzarzt Herr Dr. jaup vor unseren Abiturienten einen Vor trag über die gesundheitlichen und sittlichen Gefahren, denen junge Leute nach Verlassen der Schule und des Elternhauses ausgesetzt sind. Ihm sei auch hier für seine belehrenden Worte der beste Dank ausgesprochen..

6. Im vergangenen Schuljahr war der Gesundheitszustand unserer jugend durchweg günstig. Zu seiner Förderung wurden regelmässig Schulausflüge unternommen, mit denen oft auch ein besonderer Zweck verbunden war. So begab sich am 17. Mai schon früh morgens unsere Schule zum Truppenübungsplatz bei Darmstadt, um die Flieger beim oberrheinischen Zuverläs- sigkeitsflug beobachten zu können und im Oktober besuchten die oberen Klassen die AusstellungDer Mensch nebst der des Gewerbemuseums. Erhöhtes Interesse erweckte dann auch der Spazier- gang am 14. Oktober in dieWiesen, wo die Herrn Oberleutnant Donnevert und Taeufert von der Fliegerstation Strassburg mit ihrer Rumpler-Taube wegen des starken Nebels niederge- gangen waren. Ferr Donnevert hatte die Liebenswürdigkeit, unserer Jugend die nötigen Erläuterungen zu geben.

Einen viertägigen Ausflug machte im juni Herr Professor Dr. Horn mit der Unterprima in die Mittel- und Hochvogesen; hochbefriedigt von dem, was sie gesehen und geleistet hatte, kam die Schar nach teilweise recht anstrengenden Märschen zurück.

Auch an der Schülerfahrt des deutschen Flottenvereins vom 20. Mai 2. Juni J. Is. nach Lübeck, Kiel und Hamburg beteiligten sich zwei Unterprimaner.

Wegen grosser Hitze wurde am 24. Juni und 29. Juni der Unterricht von der letzten Vormittagsstunde ab ausgesetzt, zum Schlittschuhlaufen und Rodeln dreimal(am 2. Dezember, 13. Januar und 16. Januar) der Nachmittag frei gegeben.

In die Führung der neu gegründeten Jugendvereinigung Jung-Heppenheim, der z. Z. über 60 Schüler unserer Anstalt angehören, traten von vornherein die Herrn Oberlehrer Schuch- mann und Dr. Kiefer ein. Zunächst wirkten sie alle mit bei den jJugendspielen, die am Namens- tag S. K. Hl. des Grossherzogs von der Gesamtheit der Vereine, soweit sie sich mit Jugend- pflege befassen, auf der Fussballwiese veranstaltet wurden. Am Vorabend des Sedantages fand eine Nachtübung mit Abkochen auf einer der schönen Höhen in unserer Nähe statt und wurde